SUP-Urlaub August 2016

Unser diesjähriger Sommerurlaub steht ganz im Zeichen des Stand Up Paddlings – kurz SUP. Wir hatten in den letzten Jahren immer wieder SUP-Boards ausgeliehen und recht viel Spaß damit gehabt. So haben wir uns dazu entschieden, ein Board zu kaufen. Die Wahl fiel auf das Makaio Kula Nui 11,5″, ein gutes Einsteigerboard zu einem recht günstigen Preis. Eine ausführliche Vorstellung des Boards gibt es hier.

Das Makaio wird rechtzeitig vor unserem Sommerurlaub geliefert, und so ist klar, dass es diesmal ein SUP-Urlaub wird – auf teilweise bewährten Routen zu Seen mit guten Möglichkeiten zum SUPen. Das erste Ziel ist Murten am gleichnamigen See in der Schweiz. Einen Parkplatz gibt es direkt an der Liegewiese mit Seezugang. Nachts steht man hier kostenlos, tagsüber kostet die Stunde einen Franken.

Stellplatz Murtensee

Direkt am Platz gibt es Toiletten und auch einen SUP-Verleih. Aber den brauchen wir nicht mehr. Das Örtchen ist übrigens auch nett, ihr kennt das ja noch vom letzten Jahr 🙂

Murtensee

An den lustigen Schilder merkt man auch: wir sind in der Schweiz!

Murten Schild

Der Murtensee ist für Einsteiger ideal: keine großen Wellen, kein zu starker Wind.

SUP Murtensee

und abends gibt es schöne Sonnenuntergänge

Sonnenuntergang Murten

Zwei Tage ist das Wetter schön, wir sammeln die ersten Erfahrungen mit dem Makaio und sind begeistert: wir können das Board sowohl zu zweit (gemütlich) als auch alleine (wenn man möchte recht sportlich) nutzen. Am dritten Tag ist es morgens bewölkt und wir fahren weiter. Eigentlich wollten wir bis zum Lac d’Annecy, aber nach kurzer Fahrt kommt die Sonne raus und wir schieben einen Zwischenstopp am Genfer See ein.

Route Murren-Genfer See

Im Örtchen Anthy gibt es einen kostenlosen Stellplatz – sogar mit gratis V/E. Das Ganze hat nur einen Haken: es gibt gerade mal 5 Plätze und drumherum ist das Parken mit dem Wohnmobil überall verboten. Wir haben Glück, und bekommen einen Platz:

Stellplatz Genfer See

Vom Stellplatz aus sind es gerade mal 1oo-200m zum schönen, freien Strand. Wir können beobachten, wie andere Wohnmobile beim Versuch dort tagsüber zu parken von der örtlichen Polizei gleich weggeschickt werden.

SUP Genfer See

Der Genfer See zeigt sich zum SUPen gleich anspruchsvoller. Mit ordentlichen Wellen und auch der Wind ist teilweise nicht ohne. Das Board schlägt sich aber auch hier ganz gut – und wir natürlich auch.

SUP GenferSee

Das Parken auf dem Stellplatz in Anthy ist auf 48 Stunden begrenzt und wir trauen der eifrigen Gendarmerie durchaus zu, dass diese die Kennzeichen notiert.  Aber nach 2 Tagen zieht es uns auch weiter und so fahren wir auf mautfreien Straßen an den Lac d‘ Annecy. Dieser See ist auf unseren Frankreichtouren stets ein ‚Muss‘.

Route GenferSee-Annecy

Annecy ist ein wirklich hübsches Städtchen, aber stets sehr gut besucht. Jetzt, Anfang August, ist es gnadenlos überlaufen. Wir wollen aber sowieso an das südliche Ende des Sees und fahren durch den obligatorischen Stau durch Annecy bis nach Duingt. Dort kann man nah an der Strandwiese parken – und natürlich kommt das SUP wieder zum Einsatz.

SUP Annecy

Zum Übernachten fahren wir dann wie immer ein wenig vom See weg – mit schöner Aussicht auf die Berge.

Stellplatz bei Annecy

Das war in diesem Jahr übrigens unser kulinarischer Favorit: Greek Salad – mit wechselnden Beilagen. Hier ganz einfach mit einem sehr leckeren französischen Körnerbaguette.

Greek Salad

Wir sind ja in der Regel Frühaufsteher und frühstücken nach dem Einkauf beim Bäcker auf der Strandwiese bei Duingt – mit dem Bus können wir direkt an der Wiese parken.

Lac Annecy Frühstück

Nach der morgendlichen Stärkung geht es dann wieder aufs Wasser. Die erste Runde drehen wir meistens zu zweit. Oft ist es morgens windstill, da ist das Fahren mit 2 Personen angenehmer. Unser Wertsachen incl. Autoschlüssel führen wir in einer wasserdichten Weithalstonne auf dem Gepäcknetz mit. Im Laufe des Tages gehen wir immer wieder abwechselnd auf Tour.

Lac Annecy SUP

Vom Lac d’Annecy wollen wir etwas Strecke machen Richtung Alpes-Provence zum Lac de Castillon – mit kleinen Zwischenstopps:  in Faverges gibt es auf dem Aire Municipale eine kostenlose Ver- und Entsorgung, die wir nutzen. Der Stellplatz selbst ist nicht so attraktiv: recht staubig und an einer gut befahrenen Straße.

Route Lac Annecy - Lac Castillon

Den nächsten kostenlosen Stellplatz auf dem Weg in den Süden gibt es in Ugine. Er eignet sich allerdings nur für kleinere Mobile, mit unseren 6,36m kommen wir gerade noch so hin. Als Besonderheit gibt es beim dort kostenlose Duschen – diese bieten bei unserem Besuch leider nur kaltes Wasser. Außerdem sind die Plätze recht schräg, die Hauptstraße ist in Hörnähe.

Zum Übernachten fahren wir deshalb noch ein Stück weiter zum Aire Municipal bei Bourgneuf. Dort steht man sehr ruhig mit schönem Blick auf die Berge. Direkt am Platz gibt es eine sehr beliebte Pizzeria – wir waren Selbstversorger, aber der Laden ist so gut besucht, dass man den mal ausprobieren sollte. Um die Ecke gibt es eine Bäckerei mit sehr leckeren Baguettes. Damit decken wir uns am nächsten Morgen ein.

Stellplatz

Am nächsten Tag sind wir um die Mittagszeit am Lac de Castillon. Wir finden einen tollen Platz und sehen über die kleinen Womo-Verbot-Schilder erstmal weg, die sehen nicht sehr ‚offiziell‘ aus.

Stellplatz Lac Castillon

Hier ist der Platz vom See aus zu sehen. Es gesellen sich immer wieder mal auch andere Camper und Wohnmobile dazu.

P Lac Castillon

Ein offizieller Wanderweg führt in das nahe Saint-André-les-Alpes. Der Pfad ist die ersten Kilometer wirklich super…

Wanderweg St.Andre les Alpes

.. endet aber ein paar hundert Meter vor der Ortschaft. Den Rest muss man leider auf der stark befahrenen Straße zurücklegen, schade.

Straße St.Andre les Alpes

In Saint-André-les-Alpes versorgen wir uns mit frischem Baguette, alles andere haben wir noch zum Überfluss dabei. Dann folgt die Tagesroutine: das Board wird im Rucksack an den See getragen und aufgepumpt. Die mitgelieferte Doppelhubpumpe leistet gute Arbeit. In knapp 10 Minuten ist das Board mit 1 bar Luft versehen und ich bin schon mal aufgewärmt.

SUP Lac Castillon

Es kann losgehen!

SUP Lac de Castillon

Zu zweit bei unserer Morgenrunde. Die dauert meist 1 – 1,5 Stunden. Einer sitzt vorne auf dem Board, der andere paddelt im Stehen.

SUP Lac de Castillo zu zweit

Der See ist zum SUPen wirklich klasse. Man kann dort auch Boards leihen.

SUP Lac de Castillon allein

Wir stehen da so einige Tage und ich denke ‚Nanu – unser Hinterreifen sieht irgendwie nicht sehr prall aus‘ – und messe mal nach mit meinem kleinen Mannesmann-Kompressor mit Manometer: 1,o bar. Das wäre für das SUP zwar ok, in den Reifen müssen aber 5,2 bar rein. Ich werfe den Kompressor an und pumpe das Ding wieder auf. Nach kurzer Zeit ist aber klar: der Reifen verliert Luft. Und das ist der Grund:

Schraube im Reifen

Dank Kompressor müssen wir das Rad nicht vor Ort wechseln, sondern können noch bis zur nächsten Werkstatt in Saint-André-les-Alpes fahren. Der Mechaniker dort ist zwar die Unfreundlichkeit in Person – aber besser, er muss das Rad wechseln, als ich – bei guten 35 Grad im Schatten.

Nun fahren wir durch den Grand Canyon du Verdon unserem nächsten Ziel, dem Lac de Saint Croix, entgegen.

Route Lac Castillon - Lac St.Croix

Unterwegs nutzen wir die V/E in Castellane beim Musee de la Resistance. Alle Plätze sind übrigens in der sehr empfehlenswerten App ‚Camper Contact‘ zu finden.

Ver- und Entsorgung

Im Grand Canyon du Verdon ist bereits am Vormittag sehr viel los – es gibt nur wenige Parkbuchten zum Anhalten und diese sind alle belegt. Das ist ein wenig schade, weil die Aussichten teilweise sehr schön sind – auf der anderen Seite haben wir das vor ein paar Jahren schon gesehen und so fahren wir durch bis zum Lac de Saint Croix, der wunderbar in der Mittagssonne funkelt:

Lac de Sainte-Croix

Da es zwischenzeitlich auch wieder gut heiß ist fackeln wir nicht lange, fahren den ersten Parkplatz an und legen einen Strandtag ein. Auch hier ist viel los, der Stellplatz bei Les-Salles-sur-Verdon ist bereits am späten Nachmittag komplett belegt.

Plage Lac de Sainte-Croix

Aber wir kennen uns in dieser Ecke ja schon ganz gut aus, und steuern etwas flussabwärts unseren Lieblingsplatz an – welcher tatsächlich frei ist!

Schöner Stellplatz

Hier bleiben wir erstmal ein paar Tage bzw. Nächte und erkunden den See mit dem SUP.

Stellplatz Aussicht

SUPSommer

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Nach 4 Tagen klärt uns ein Ranger aus, dass das Parken an dieser Stelle verboten ist. Drum war dieser tolle Platz also noch frei. Sehr gut, dass sich der Ranger für diese Information 4 Tage Zeit gelassen hat 😉  Wir können auch ganz in der Nähe bleiben, diesmal sogar legal.

SUPSommerUrlaub185

Nach einer Woche müssen wir uns aber wieder um die V/E kümmern. Wir fahren also nochmal nach Les-Salles-sur-Verdon und tatsächlich: diesmal gibt es noch Platz für uns auf dem Stellplatz. Dieser ist nicht besonders attraktiv, aber für das reine Übernachten ist er ok und obendrein kostenlos.

Stellplatz Les Salles sur Verdon

Ganz in der Nähe gibt es neben einer Tankstelle eine Aire de Service: V/E inclusive warmen, sauberen Duschen für 3,50€.

Ver- Entsorgung Les Alles sur Verdon

Tagsüber stellen wir den Bus an den Strand von Les-Salles-sur-Verdon. Der See eignet sich ebenfalls bestens für das SUPen, es gibt auch diverse Möglichkeit, sich hier Boards zu leihen. Der Wind ist hier manchmal etwas heimtückisch und kann plötzlich recht stark auftreten. Wir wagen trotzdem eine Seeüberquerung sowie weitere Ausflüge und alles geht gut.

SUP Lac de Sainte Croix

Wir bleiben 2-3 Nächte bei Les-Salles-sur-Verdon und fahren dann einmal um den See nach St Croix du Verdon. Das Städtchen blieb beim Aufstauen des See’s 1971 erhalten und hatte damit mehr Glück als Les Salles – welches unterging und an höherer Stelle neu aufgebaut wurde.

Route um den See

Auf dem Weg fahren wir an unzähligen Lavendelfeldern vorbei, welche meist schon abgeerntet sind. Ein paar Pflänzchen bleiben aber am Rand immer stehen, da kann man ja mal schauen…

SUP Lavendelfeld

Bei Saint Croix fahren wir das La Maison du Lavandin an. Hier gibt es viele regionale Produkte zu erstehen und wir greifen gerne zu. Außerdem können wir als Mitglieder von France Passion den kostenlosen Stellplatz nutzen. St.Croix France Passion

Die Betreiber sind sehr nett, der Stellplatz ist äußerst großzügig bemessen und superschön gelegen.

SUPSommer

Nach einer ruhigen Nacht geht es wieder heimwärts, mit einem Zwischenstopp am bereits bekannten Lac d‘ Annecy.

Route St.Croix - Annecy

Am letzten Tag wird ausnahmsweise nicht das SUP, sondern unsere zweite neue Errungenschaft  ausgefahren: ein kleiner Scooter, der durchaus auch seinen Reiz hat. Über ihn werden wir auch mal berichten.

Annecy Roller

Von Annecy aus geht es am nächsten Morgen dann wieder nach Hause. Wir sind in 3 Wochen insgesamt 1.768km gefahren, mit einer Fahrzeit von 29 Stunden, einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 60 km/h und einem Verbrauch von 9,3L/100km.

SUPSommerUrlaub217Für das SUP haben wir keine statistischen Daten 😉  Wir waren damit bis auf 2 Ausnahmen täglich unterwegs, so zwischen 1-3 Stunden und freuen uns auf weitere Touren. Falls Ihr zum Stand Up Paddling noch Fragen habt, beantworte ich die gerne.

 

 

 

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Klöster & Feste Juni 2016

Anfang Juni nutzen wir unsere ‚SchlossCards‚ für den Besuch von zwei Klosteranlagen. Zunächst besichtigen wir im Rahmen einer Führung das Kloster Alpirsbach. Nebenan befindet sich die Brauerei des ‚Alpirsbacher Klosterbräu‘, diese hat mit dem mittelalterlichen Kloster aber eigentlich nichts zu tun: badische Mönche haben (im Gegensatz zu ihren bayerischen Kollegen) in früher Zeit kein Bier gebraut, sondern Weinbau betrieben. In Alpirsbach gibt es übrigens einen kostenlosen Wohnmobilstellplatz.

Alpirsbach

Den nutzen wir für den Klosterbesuch, fahren aber weiter nach Tübingen, einem wirklich schmucken Ort mit vielen jungen Leuten. Kein Wunder, bei rund 28.000 Studierenden auf 85.000 Einwohner. Einen netten Übernachtungplatz für unseren Bus finden wir allerdings nicht. Falls hier jemand einen Tipp hat, bitte gerne als Kommentar hinterlassen, die Stadt ist wirklich schön und lohnt für einen weiteren Besuch.

Tübingen

Unterhalb der Klosteranlage Bebenhausen gibt es einen großen Besucherparkplatz, der sich auch für eine Übernachtung im Wohnmobil gut eignet.Bebenhausen Wohnmobil

Sowohl das Kloster als auch das Schloss befinden sich in einem sehr guten Erhaltungszustand und spiegeln die Geschichte vom 12. Jahrhundert bis 1952 wider, als dort erstmal der Landtag von Württemberg-Hohenzollern tagte. Und wieder einmal bekommen wir eine spannende und kurzweilige Führung von einer Mitarbeiterin der baden-württembergischen Schlösser & Gärten.

Bebenhausen

Nach soviel Klosterkultur und Zeitgeschichte zieht es uns wieder in die Gegenwart zurück: wir fahren nach Reutlingen zum Stadtfest: es gibt hier 6 verschiedene Bühnen mit diversen Aufführungen und richtig guten Bands.

Reutlingen Stadtfest

Außerdem sind von den Reutlinger Vereinen unzählige Imbiss- und Getränkestände aufgebaut, für das kulinarische Wohl ist also gesorgt. Eintritt wird nicht erhoben, die Preise an den Ständen sind günstig und uns gefällt die Einbindung von allen möglichen – und auffallend vielen internationalen – Vereinen sowie die lockere Atmosphäre ausgesprochen gut.
Reutlingen

In Reutlingen gibt es diverse offizielle Wohnmobilstellplätze. Wir nutzen den kostenlosen Park & Ride Platz am Südbahnhof – sogar mit kostenloser V/E. Von dort aus geht man in einer guten Viertelstunde in die hübsche Altstadt, oder nimmt den Bus. Eine Haltestelle befindet sich direkt am Platz.

Reutlingen Wohnmobilstellplatz

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Schloss- + Konzerttour Mai 2016

Ende Mai bieten Feier- und Brückentag noch einmal die Möglichkeit, eine kleine Tour zu unternehmen. Zunächst fahren wir nach Schwetzingen, wo wir  mit unseren ‚Schlosscards‘ das dortige Schloss besichtigen wollen.

SchlossSchwetzingen

Das ist leider wegen Renovierungsarbeiten bis Herbst 2016 geschlossen. Aber auch im großen Schlossgarten gibt es viel zu sehen.

Schlossgarten Schwetzingen

Der weitläufige Garten verfügt mit einem schmucken Badehaus (und einer wirklich fürstlichen Badewanne, leider Fotoverbot), Tempeln, Nebengebäuden und einer Moschee über alles, was ein Kurfürst für eine Sommerresidenz so braucht.

Schlossgarten Schwetzingen Moschee

Ideal für den Schlossbesuch: in Schwetzingen gibt es einen kostenlosen Wohnmobilstellplatz mit V/E (diese war allerdings bei unserem Besuch defekt) umgeben von allerlei Einkaufsmöglichkeiten. Für den Nachmittag zieht es uns aber wieder an den Rhein bei Brühl, wo wir schon auf unserer vorletzten Tour übernachtet haben.

Brühl Womoplatz

Am nächsten Morgen fahren wir weiter nach Mannheim zum dortigen Schloss. Es ist Feiertag und kostenloses Parken in Schlossnähe selbst mit unserem 6,31m Fahrzeug kein Problem. Und schon sind wir am Schloss:

Schloss Mannheim

Diesmal nehmen wir für die Führung einen Audioguide, der uns in einer guten Stunde alles erklärt.

Schloss Mannheim Saal

Anschließend erkunden wir noch ein wenig die Innenstadt von Mannheim mit Rädern von Nextbike. Über eine App kann man recht unkompliziert Fahrräder ausleihen. Wir zahlen 2€ pro Rad Leihgebühr für unsere kleine Tour.
Mannheim

Es wird immer wärmer und so verbringen wir den Nachmittag am Strandbad von Mannheim. Wir haben Glück und bekommen dort noch den letzten legalen Parkplatz für unseren Bus. Interessant war das dortige Publikum mit geschätzten 90% Muslimen. Das Geländer füllt sich immer mehr und bei unserer Abfahrt sind im weitem Umkreis auch alle Halteverbote zugeparkt.
Mannheim Rheinufer

Zur Übernachtung fahren wir schon mal unserem nächsten Ziel entgegen: Heidelberg. Auf dem dortigen Heiligenberg gibt es einen Waldparkplatz. Nach dem Abzug der Tagesausflügler ist es dort wunderbar ruhig.

Heidelberg Waldparkplatz

Vom Parkplatz aus führen Spazier- und Wanderwege an eine Waldschenke und an diese Thingstätte: ein in der Zeit des Nationalsozialismus errichtetes Amphitheater.
Heidelberg Thingstätte

Noch ein wenig weiter den Berg hinauf gelangt man zu den Resten des Michaelsklosters, welches im 9. Jahrhundert anstelle einer alten Kultstätte gegründet wurde. Offensichtlich hatte man in allen Epochen Interesse an diesem Berg.
Heidelberg Klosterruine

Am nächsten Tag besuchen wir dann die Heidelberger Innenstadt und natürlich das Schloss, bzw., das was davon noch übrig ist oder wieder aufgebaut wurde.
Heidelberg Schloss

Der Anblick der Schlossruine ist bekannt und zieht unzählige Touristen an. Die fotogene Außenkulisse ist auch zugleich der Höhepunkt des Spektakels – die Schlossführung ist nett, aber die Innenräume geben nicht viel her, da diese weitgehend im 19. Jahrhundert nach dem damaligen Vorstellungen wieder aufgebaut wurden.
Heidelberg SchlosshofWie unser Schlossguide sagte: es ist alles ein bißchen Disneyland. Aber die Aussicht auf die Altstadt, den Neckar und den Heiligenberg ist wirklich schön:
Heidelberg Aussicht

Der Abschluss und Höhepunkt unserer Tour ist der Besuch eines Konzertes der irischen Popgruppe The Corrs in der Festhalle Frankfurt.

Corrs

Und wo nächtigt man in der Nähe des Messegeländes? Standesgemäß im 4* Hotel Marriot, bzw. neben diesem. Wir parken unser fahrbares Doppelzimmer legal und kostenlos in dieser für Frankfurter Verhältnisse ruhigen Nebenstraße und sind in wenigen Minuten zu Fuß in der Festhalle.

Frankfurt Marriot

Tagsüber schauen wir uns noch die Wolkenkratzer an.

Frankfurt Maintower

Vom Dachgarten des Shopping Centers Skyline Plaza hat man – wie der Name schon andeutet – eine tolle Aussicht.
Frankfurt Shopping Center Dachgarten

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Lago Maggiore Mai 2016

Die Wettervorhersage für Pfingsten 2016: Süddeutschland Regen 8 – 16 Grad,Tessin meist sonnig 14 – 25 Grad. Also geht es für eine Woche wieder mal an den Lago Maggiore. Auf der App CamperContact haben wir einen Wohnmobilstellplatz in Maccagno entdeckt, dort waren wir bisher noch nicht. Der Ort wird durch den Fluss Giona geteilt, direkt nebenan liegt ein offizieller, kostenloser Stellplatz.

Maccagno Fluss

Italientypisch steht man dort dicht an dicht – aber auch direkt an einer schönen Wiese auf der man seinen Klappstuhl aufstellen kann – mit Seeblick! Ein Brunnen mit (etwas chlorhaltigem) Trinkwasser und diverse Abfalleimer sind die einzigen Ausstattungsmerkmale des Stellplatzes.

Maccagno Stellplatz

Dafür ist man aber nur 300m Meter vom Badestrand entfernt. Dort hat es jede Menge Sonnen- und Schattenplätze, öffentliche Toiletten und eine sehr empfehlenswerte Strandbar. Sehr lecker dort: der Cappuccino (1,50€) und Pizza ab 6€.
Maccagno Strand

Im Ort gibt es einen Supermarkt und diverse Restaurants und Cafés, so dass man es gut einige Zeit aushalten kann. Auch, weil es viele Wandermöglichkeiten gibt.

Maccagno

Diese sind allesamt recht steil – wenn man vom Uferpromenadenweg mal absieht.
Maccagno Wanderweg

So bieten sich einem aber immer wieder tolle Ausblicke auf den Lago
Maccagno Aussicht

Und hier auf Maccagno. Ein grundsympathischer Ort, den wir vermutlich nicht das letzte Mal besucht haben. Für die Fans von Campingplätzen: davon gibt es auch 2 Stück.

Maccagno von oben

Etwas weiter südlich am Ostufer liegt der kleine Ort Caldé. Auch dort haben wir bei CamperContact einen uns bisher unbekannten Stellplatz entdeckt. Kein Wunder, dass wir an diesem Ort bisher vorbeigefahren sind: die Zufahrtsstraße zum Parkplatz ist winzig.

Caldé Kirche

Laut CamperContact soll die Parkgebühr für 24h hier 4€ betragen, wir finden aber keinen Parkscheinautomat oder ähnliches. Obwohl es Pfingsten ist, ist in dem kleinen Ort absolut nichts los. Wir stehen und übernachten also sehr ruhig am Fuße einer kleinen Bergkapelle.
Caldé von oben

Von dort winden sich steile Wanderwege bis zum Rocca di Caldé. Von der ehemaligen Festung auf dem Berggipfel ist nichts mehr vorhanden, es gibt aber einen schönen Rundblick. Ein weiterer Weg führt vom Parkplatz aus an der Seeküste entlang bis zu einem ehemaligen Kalk- oder Zementwerk.
Caldé Kalkwerk 1

Dort haben sich einige Graffitikünstler ausgetobt, die verlassenen Fabrikgebäude haben eine skurrile Atmosphäre.
Caldé Kalkwerk Graffiti

Hier steigt sicher noch die eine oder andere Party…

Caldé Zementwerk

Hier eher nicht – trotzdem ist die Klosteranlage Santa Caterina del Sasso sehenswert. Wieder einmal gibt es vom Parkplatz aus einen STEILEN Weg – diesmal nach unten. Früher war diese Eremitenstätte – wie sich das gehört – noch unzugänglicher, heute gibt es für einen kleinen Obolus sogar eine Fahrstuhl dorthin.
Kloster Santa CaterinaAuf dem Heimfahrt übernachten wir zur Vermeidung eines Staus vor dem Gotthardtunnel wieder einmal an der Burg von Bellinzona mit Blick auf die Alpen bevor wir uns früh am nächsten Morgen wieder auf den Weg auf die Nordseite derselben machen.
Bellinzona

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Schlössertour Mai 2016

Nach einem ungemütlichen, kalten April zeigt sich Anfang Mai die Sonne. Wir nutzen das Wetter und machen eine kleine Schlösser-Tour am verlängerten Wochenende – die Kombination von Feiertag & Brückentag macht es möglich. Zunächst fahren wir nach Rastatt: in der kleinen Innenstadt finden wir mit dem Campingbus einen Parkplatz und für uns ein Café mit Sonnenplätzen. Im Residenzschloss bekommen wir eine exklusive Führung für uns beide, mangels weiteren Besuchern. Das ist der Frühaufsteher-Vorteil.Schloss Rastatt

Auf sehr sympathischer Weise bekommen wir in einer knappen Stunde das Leben des Markgrafenehepaares Ludwig Wilhelm, bekannt als ‚Türkenlouis‘, und Sibylla Augusta sowie deren Kinder geschildert. Die Räumlichkeiten sind natürlich eindrucksvoll und weitgehend original erhalten, da das Schloss den 2. Weltkrieg relativ unbeschadet überstanden hat.
Schloss Rastatt innen

Man hat nach der Schlossführung noch die Möglichkeit das umfangreiche ‚wehrgeschichtliche Museum‘ zu besuchen. Das Thema interessiert uns aber nur mäßig und das Wetter lockt nach draußen. So fahren wir mittags zu einem netten Badesee in Richtung Iffezheim.
Badesee bei Rastatt

Wir kennen den See schon vom letzten Jahr und wissen, dass es zum Stauwehr bei Iffezheim nur noch wenige Kilometer sind. Den Tag lassen wir deshalb mit schöner Aussicht auf den Rhein und die dort vorbeifahrenden Schiffe ausklingen.
Iffezheim Wohnmobil

Am nächsten Tag besuchen wir das 2. Schloss in Rastatt: die Markgrafenwitwe Sibylla Augusta hat sich dieses Jagdschloss als Sommersitz bauen lassen. Im großen Schlosspark mit seinem alten Baumbestand, kleinen Seen und Wasserfällen lässt es sich gut bummeln.
Schlösser Rastatt Bruchsal18

Auch hier bekommen wir wieder eine fundierte Führung durch die Räumlichkeiten, diesmal in einer kleinen Gruppe. Es hat sich wieder gelohnt, gleich an der ersten Führung des Tages teilzunehmen: die nächsten Gruppe besteht aus gut 50 Leuten.
Schloss Favorit Rastatt

Wir übernachten ein 2.Mal mit Rheinblick bei Iffezheim und fahren morgens weiter nach Bruchsal. Dort gibt es einen kleinen, kostenlosen Stellplatz für 2-3 Wohnmobile und wir haben Glück: ein Platz ist noch frei.
Womo Stellplatz Bruchsal

Vom Parkplatz führt ein schöner Weg durch den Schlossgarten zum Barockschloss
Womo Platz Bruchsal

Im Gegensatz zu den Schlössern in Rastatt wurde das Gebäude in Bruchsal im zweiten Weltkrieg weitgehend zerstört.Schloss Bruchsal Schnecke

In einem der wiederaufgebauten Nebengebäuden befindet sich das Amtsgericht. Von dessen Treppenhaus hat man diese schöne Sicht auf die Schlossanlage:Schloss Bruchsal

Wir nehmen mit unserer in Salem erworbenen Schlosscard wieder an einer Führung durch die prunkvollen Innenräume teil.Schloss Bruchsal innen

Von der anschließenden Stadtbesichtigung in Bruchsal gibt es keine Bilder. Die Innenstadt verfügt über eine Fußgängerzone mit Cafés etc., hat aber nichts Besonderes. Vermutlich wurden im 2.Weltkrieg viele Gebäude zerstört – und im Gegensatz zum Schloss eher im Stil der Nachkriegszeit wieder aufgebaut. So verbringen wir den Nachmittag an einem schattigen Plätzchen am nahen Erlichsee.Erlichsee

Man könnte wohl über Nacht bleiben, ein paar Wohnmobile stehen da schon. Der Parkplatz ist aber etwas öde und wir brauchen eine Ver- und Entsorgung. Diese gibt es  bei Dettenheim an der Kartbahn: der dortige Stellplatz ist sogar kostenlos und ab 20 Uhr sehr ruhig – wenn nicht gerade eine Veranstaltung stattfindet. Zwischen 10 Uhr und 20 Uhr herrscht Renn-Atmosphäre, bei Bedarf kann man sich auch ein Kart leihen.Stellplatz Kartbahn

Am nächsten Tag wollen wir eigentlich nach Karlsruhe zum nächsten Schloss. Aber das Wetter ist einfach zu schön für einen Innenbesichtigung. So fahren wir an den Badesee Eggenstein-Leopoldshafen. Das Wasser hat zwar noch Tauchbecken-Temperatur, aber eine kleine Runde kann man zur Abkühlung schon schwimmen.Badesee Leopoldshafen

Vom Badesee sind es nur ein paar Minuten zur Rheinfähre Leimersheim-Leopoldshafen. Dort waren wir schon öfters – aber noch nie war es so voll. Wohnmobile und PKWs stehen dicht an dicht vom Restaurant bis zur Wendeschleife. Wir finden noch ein Plätzchen und hoffen, dass das übermäßige Auftreten der Wohnmobile hier nicht ein entsprechendes Parkverbot zur Folge hat, so wie an vielen anderen Stellen. Im Restaurant gibt es morgens übrigens frische Brötchen für ein Frühstück mit Rheinblick.
Rhein Leopoldshafen Wohnmobil

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Frühjahr 2016

Man muss das Camperleben schon sehr mögen, wenn man dieses in der kalten Jahreszeit praktiziert. Nun ja – wir mögen es, wir tun es! Zumindest, wenn sich eine passende Gelegenheit dazu ergibt. Zum Beispiel mit einer Übernachtung auf diesem schmucklosen Parkplatz der Gemeinde Tiengen, direkt am Oberrhein gelegen. Hm… laufen da nicht Schlümpfe rum?

Schlumpftreffen

Genau so ist es: sie und wir sind auf dem Weg zum großen Schlumpftreffen, organisiert vom Dä Traditionsverein Tiengen. Auch wenn das angestrebte Ziel, der Eintrag in das Guinnessbuch, nicht ganz klappt, ist es eine nette und witzige Aktion, eingebettet in die Straßenfastnacht von Tiengen, in der ‚wir‘ Schlümpfe an diesem Tag definitiv die Oberhand haben.
Schlumpftreffen Tiengen

Am nächsten Tag fahren wir weiter nach Konstanz. Das Wetter ist und bleibt bescheiden – aber in der Bodensee Therme kann man es gut aushalten. Der nahe Parkplatz am ‚Hörnle‘ von Konstanz ist um diese Jahreszeit recht leer und zudem kostenlos – ein guter, ruhiger Platz zur Übernachtung:
Parkplatz Hörnle Konstanz

Immerhin gibt es Regenpausen, so dass wir auch einige Runde am Bodenseeufer drehen können. Die Ausblicke am Hörnle sind wirklich toll, hier auf den Überlinger SeeBodensee Hörnte Winter

Und hier auf die Schweizer Seite – im Hintergrund sieht man trotz Wolken die Alpen
Hörnte Konstanz Winter

Auch an Ostern zieht es uns im kalten Frühjahr 2016 an den Bodensee. Diesmal machen wir einen Zwischenstopp in Tuttlingen. Dort gibt es einen kostenlosen Wohnmobil-stellplatz, sehr schön gelegen mit Donau-Blick. Eine V&E-Station ist vorhanden, Strom gibt es allerdings nicht.Tuttlingen Wohnmobil Stellplatz

Vom Stellplatz aus führen diverse Rad- und Fußwege durch den direkt angrenzenden Donaupark, in die nette, kleine Innenstadt und von dort aus weiter auf die Honburg. Tuttlingen ist für einen Zwischenstopp durchaus zu empfehlen.
Tuttlingen Burg

Der nächste Tag verspricht Sonnenschein und wir fahren weiter nach Meersburg. Dort gibt es 3 offizielle Wohmobilplätze, die jetzt an Ostern schon gut belegt sind. Auf den vorderen beiden Plätzen gibt es Duschen, WC und Strom  für 12 €/24 Std. Der hinterste Platz hat dies alles nicht, liegt aber dafür ruhiger und kosten nur 8€/24 Std. Hier finden wir auch noch ein sonniges Plätzchen für uns.
Meersburg Stellplatz

Vom Stellplatz aus läuft man eine gute Viertelstunde bei teilweise relativ starkem Gefälle bis zur schönen Altstadt von Meerburg.Moersburg Alte Burg

Kein Wunder, dass Meerburg von Touristen regelrecht überrollt wird. Das Städtchen ist wirklich sehr malerisch, die alte Burg und auch das neue Schloß sehenswert – und die Ausblicke auf den See umwerfend. Vom Fährhafen starten Bootstouren in alle Richtungen.
Meersburg Bodensee

Wir wollen am nächsten Tag aber auch mal das Hinterland des Bodensee ein wenig erkunden und fahren nach Salem. Dort entdecken wir den Naturerlebnispark und Schlosssee – verzichten im Hinblick auf das trübe Wetter aber auf Bilder, sondern merken uns die Ecke für einen Besuch im Sommer. Dann geht es weiter zum bekannten Kloster Salem, ein Busparkplatz steht schon bereit:Salem Parkplatz

Die Anlage des Zisterzienserklosters mit mittelalterlicher Kirche und barocken Klostergebäuden ist weitläufig und interessant.
Salem

Wir buchen durch die Anlagen eine ganz ausgezeichnete Führung , in welcher die Entstehung und wechselhafte Geschichte dieser reichsten Abtei am Bodensee anschaulich erklärt werden.
Salem Kaisersaal

Man könnte in dieser Jahreszeit mit dem Wohnmobil problemlos neben den Klosteranlagen übernachten, wir fahren aber noch ein paar Kilometer weiter nach Heiligenberg. Auch dort gibt es einen kleinen Stellplatz mit V&E für 5€/Nacht, bzw. derzeit gratis, denn der Parkscheinautomat ist außer Betrieb.
Heiligenberg Stellplatz

Das kleine Örtchen mit seinem großen Schloß liegt auf über 700m Höhe und damit oftmals über dem Bodenseenebel.
Heiligenberg Schloß

Angetan von den Schlossbesichtigungen erwerben wir je eine ‚Schlosscard‘. 24 Schlösser & Gärten in Baden-Württemberg stehen uns damit offen. Wir möchten im kommenden Jahr unser Baden-Württemberg weiter erkunden, da bieten sich diese Ausflugsziele an. Mal schauen, wieviel wir davon schaffen!
Schloßcard Baden-Württemberg

 

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SpanienWinter 2015/16

In diesem Winterurlaub wollen wir einige der schönsten Plätze der letzten Spanientour noch einmal besuchen aber auch Neues entdecken. Wir fahren wie üblich kostengünstig über die Schweiz, vorbei am Genfer See und dann über das Rhonetal Richtung Süden mit einer ersten Übernachtung auf dem kostenlosen, offiziellen Stellplatz der Gemeinde Saint-Paul-Trois-Chateaux. Ein netter Ort, vom abendlichen Bummel gibt es aber keine Fotos.

Diese machen wir an unserem Zwischenstopp bei Ille-sur-Tét. Dort gibt es die Orgues, markante Gesteinsformationen aus Sandstein und Ton, die ein wenig an den Bryce-Canyon in den USA erinnern.

Ille sur Tete

In einer sehr stark verkleinerten Ausgabe versteht sich, den Bryce-Canyon haben wir vor knapp 10 Jahren besucht und er gehört zu den spektakulärsten Landschaften, die wir kennen.
Ille sur Tete Säule

Aber die Orches können sich durchaus sehen lassen und sind auf jeden Fall einen Abstecher auf dem Weg nach Spanien wert.
SpanienWinter2015024

Direkt am Eingang des Besucherzentrum gibt es einen großen Parkplatz, der im Dezember vollkommen leer ist. Eine Übernachtung wäre dort sicher möglich
Stellplatz Ille-sur-Tete

Es ist aber noch früh am Tage und so steuern wir unser nächstes Ziel an: Montserrat bei Barcelona.

Route Ille sur Tete - Montserrat

Am späten Nachmittag ist das Ziel erreicht. Ein guter Zeitpunkt, denn die Masse der Tagestouristen ist schon abgereist. Montserrat (katalanisch für ‚Gesägter Berg‘) ist ein 1200 Meter hohes, imposantes Gebirge im Hinterland von Barcelona.
SpanienWinter2015030

Aber Montserrat ist auch eine Benediktinerabtei nebst Klosterkirche, in der natürlich auch eine Marienfigur als Highlight und Pilgerziel nicht fehlen darf: die ‚Schwarze Madonna unserer Lieben Frau von Montserrat‘. Man kann mit dieser fast auf Tuchfühlung gehen – nur durch eine Glasscheibe getrennt. Der Reichsapfel ist hierbei ausgespart, sodass er bei Bedarf angefasst werden darf, um sich vielleicht irgendwas zu wünschen. Der Bedarf ist nach unserer Beobachtung bei den Besuchern wohl reichlich vorhanden.
SpanienWinter2015035

Rund um die Abtei kann man von der Pizza bis zu Devotionalien in wirklich sämtlichen Preisklassen alles erwerben, was das Pilger- oder Besucherherz braucht. Oder auch nicht – wir benötigen eigentlich nur einen netten Übernachtungsplatz und finden diesen direkt vor  Ort. Die Parkgebühr beträgt faire 6,50€ für 22 Stunden – Übernachtung inbegriffen.
Montserrat Stellplatz

Am Abend findet man gut einen der wenigen nicht schrägen Parkmöglichkeiten, zumindest mit einem Bus unserer Größe. Aber Vorsicht: im Laufe des folgenden Tages ist der gesamte Bereich durch Tagestouristen gnadenlos zugeparkt. Man sollte sich deshalb am Morgen so positionieren, dass eine Wegfahrt gesichert ist. Der Tag auf dem Montserrat beginnt mit einer tollen Aussicht auf ein Nebelmeer.
Montserrat Aussicht Wolken

Vom Parkplatz aus gibt es wirklich alle Möglichkeiten, die Gebirgswelt zu erkunden: bequem mit einer Zahnradbahn, über gut ausgebaute Wanderwege, über Singletrails oder auch mit Kletterausrüstung direkt an den Felsen.
Montserrat Klosterberg

Die Wege sind gut ausgeschildert und die Orientierung fällt leicht. Gegen Mittag sowieso, wenn die Massen der Besucher anrückt.
Montserrat Wanderung

Diese tummeln sich aber vor allen an den einfach zugänglichen Stellen, wenn man ein Stück weit läuft, wird es bald ruhig. Die Gegend ist zum wandern und klettern unglaublich schön, wir waren vermutlich nicht das letzte Mal hier.
Montserrat Berge

Wir fahren weiter nach Cambrils. Dort gibt es beim Esclat-Supermarkt übrigens die günstigste Tankstelle, die wir bisher in Spanien entdeckt haben: 0,87€ wurde diesmal für den Liter Diesel verlangt. Da füllt man den 120-Liter-Tank gerne auf.

Route Montserrat - Cambrils

Im letzten Jahr hatten wir einen Traumplatz auf dem Las Moreras Camperpark in der Pole Position direkt am Meer und sind dort gleich mal 8 Tage geblieben. Diesmal war der Stellplatz bereits gut besucht und so reichte es nur noch für die zweite Reihe.

Cambrils Camperpark

Aber schön ist es dort trotzdem, wir lernen nette Leute kennen und die im Esclat-Markt gekauften Doraden schmecken ganz vorzüglich.
Doraden

Schöne Stimmung beim abendlichen Strandspaziergang:

Cambrils Mont Roig

Doch wir wollen weiter Richtung Süden. Das nächsten Etappenziel kennen wir ebenfalls vom letzten Jahr: bei Cullera gibt es eine große Wiese direkt hinter den Stranddünen, auf der man im Winter frei Stehen kann.

Route Cambrils - Cullera

Dieses Jahr wurde der Platz nochmals erweitert. Die Polizei schaut regelmäßig nach dem Rechten, alles ist easy-going, sogar zwei legale Entsorgungsmöglichkeiten gibt es.

Cullera Wohnmobil

Seltsam, dass bei rund 100 Wohnmobilen der direkt angrenzende Strand so leer ist, die meisten Camper bleiben mit ihrem Klappstuhl beim Mobil.

Cullera Strand Winter

Die Stadt Cullera besteht, wie die meisten Städte entlang der spanischen Küste, im Wesentlichen aus Hochhäusern – in unterschiedlichem Erhaltungszustand. Unglaublich, wieviel Beton hier verbaut wurde. Geschätzte 90% der Wohnungen sind im Dezember nicht bewohnt.

Freie Grundstücke gibt es auch noch. So stellt man sich die Bebauung wohl theoretisch vor:

SpanienWinter2015103

Der Blick auf die andere Straßenseite zeigt dann aber die Realität der hiesigen Architektur:

Cullera Hochhäuser

Nach ein paar Tagen fahren wir weiter ins nahe Tavernes. Dort gibt es einen Wohnmobilplatz mit sehr guten Sanitäranlagen, Waschmaschinen und Wäschetrockner, V+E und sogar kostenlosem WLAN, wenn auch ein seeehr langsames. Für 8€ pro Nacht kann man aber nicht meckern.

Route Cullera - Tavernes

Die Größe der Stellplätze ist gerade noch akzeptabel, aber alles ist sehr sauber und gepflegt und wir finden eine nette, sonnige Ecke.

Tavernes Wohnmobilstellplatz

Der Stellplatz liegt am südlichen Ende von Tavernes und das ist gut so: von dort kann man sehr schön immer weiter Richtung Süden am Strand entlang laufen.
Tavernes Strand

Tavernes selbst ist nämlich die Hässlichkeit in Beton gegossen. Die Hochhäuser stehen direkt bis an den Sandstrand, eine Promenade wurde dort wohl vergessen. Diese gibt es dann in ‚2. Reihe‘ direkt zwischen den Hochhausschluchten. Im Dezember sind geschätzte 99% der Wohnung leerstehend, die Straßen sind verwaist. Der ganze Ort könnte gut der Schauplatz eines Endzeit-Thrillers sein. Bei meinen Spaziergängen durch die Stadt bin ich immer wieder den gleichen 3 Spaniern begegnet. Man ‚kennt‘ sich hier schnell 😉

Tavernes Promenade

Unsere Wäsche ist gewaschen und getrocknet, die Tanks entleert bzw. wieder gut gefüllt und so fahren wir gemütlich die Nationalstraße über Calpe nach Altea.
Route Tavernes - Altea

In Altea gibt es einen kleinen Parkplatz direkt am Strand, an dem man auch über Nacht bleiben kann.

Altea Strand

Der Platz liegt direkt am Ortseingang vor einer Brücke, die schöne Altstadt ist von hier gut zu Fuß zu erreichen.

Altea Wohnmobil Strand

Die Stadt hat ein schönes Flair und gilt als Kulturzentrum Valencias. Viele Künstler haben sich hier angesiedelt und die hübsche Altstadt auf einem kleinen Berg ist eine wohltuende Abwechslung zu der sonst verbreiteten Beton-Bebauung. Ganz oben thront die Kirch La Mare de Déu del Consol mit ihren auffälligen Kuppeln aus weißen und blauen Kacheln.

Altea Kirche

Der Ausblick von hier oben auf die lange Bucht von Altea ist auch im abendlichen Gegenlicht schön.

Altea Aussicht

Von Altea aus wird dann das südlichste Ziel unserer Reise angesteuert. Über die gut ausgebaute und kostenfreie A7 geht es nach Aguilas in der Region  Murcia. Noch besser und schneller kommt man auf der mautpflichtigen AP 7 voran. Diese werden wir zum ‚Kilometermachen‘ auf dem Heimweg nutzen.

SpanienWinter2015132

In Aguilas wird getankt und eingekauft bevor wir den Playa del Arroz ansteuern.
Playa del Aroz

An dieser wunderschönen Bucht kann man mit dem Wohnmobil frei und direkt am Strand stehen. Außer einer großen Mülltonne gibt es aber keinerlei Infrastruktur, die Tanks des Mobils sollten deshalb entsprechend gefüllt bzw. geleert sein, wenn man hier einige Tage verbringen möchte.
Playa del Arroz Wohnmobil

Und das möchten wir. Die Lage ist absolut traumhaft, es hat dort nette Leute – aber nicht zu viele. In der Gegend um Aguilas gibt es mehrere solcher Buchten, so dass sich die Wohnmobilisten entsprechend verteilen.

Playa Arroz Aguilas

In beide Richtungen kann man schöne Wandertouren mit Ausblick unternehmen.

Playa del Arroz von oben

Dreimal die Woche kommt eine freundliche fahrende deutsche Händlerin an die Bucht. Neben Backwaren und deutscher Wurst gibt es dort auch einen unglaublich leckeren, hausgemachten Fleischsalat zu kaufen.

Die Temperaturen sind  Ende Dezember / Anfang Januar auch in Ordnung:

Aguilas Temperaturen Januar 2016

Und so bleiben wir eben erstmal ein paar Tage. Gekocht, gegessen, gewandert, gechillt wird nun immer mit Meerblick, geschlafen wird mit Meeresrauschen. Schön!

Heinsberg Carabus kochen

Insgesamt 11 Tage bleiben wir hier. Zwischendurch geht es mal zur Ver- und Entsorgung an die 7km entfernte Tankstelle Anibal und zum Shoppen nach Aguilas. Wir schauen uns noch weitere schönen Buchten in der Umgebung an, kommen aber wieder hierher zurück. Hier noch ein paar Impressionen von dieser tollen Landschaft:

SpanienWinter2015178
SpanienWinter2015180
SpanienWinter2015183
Playa del Arroz Camping

Playa del Arroz Sonnenaufgang

Wir lernen wieder nette Leute kennen, unter anderem Tatjana, Lukas & Barney, welche derzeit für 1 Jahr mit ihrem Wohnmobil in Europa unterwegs sind. Sie bloggen ihre Erlebnisse unter 25tausendkm.de und dürfen wie viele andere, die wir hier kennenlernen noch eine ganze Zeit weiterreisen. Wir wünschen allen eine gute Fahrt!

Wir hingegen müssen uns nun langsam wieder Richtung Heimat bewegen. Unsere erste Zwischenstation dorthin ist Calpe. Dort ist gerade Markttag und beim Bummeln zwischen den vielen Ständen fällt uns auf, was wir alles nicht brauchen 🙂
Callpe Markt

Das Wahrzeichen von Calpe (oder Calp, wie es nun korrekt auf valencianisch heisst) ist der 332m hohe Felsen Penyal d‘ Ifac, den es zu erklettern gilt.

Cape Felsen

Wir finden in der Nebensaison mit unserem Bus problemlos einen Parkplatz direkt am Fuße des Felsens. Die Wege nach oben sind steil, aber recht gut ausgebaut.
Calpe Aussicht

Auf halber Höhe geht der Wanderweg durch einen dunklen, rutschigen Tunnel. Danach befindet man sich auf der Nordflanke des Felsen – und vor einem kleinen, verschlossenen Tor. Man kann dieses problemlos überwinden und einige Leute machen das auch. Da uns der Grund der Sperrung nicht klar ist, lassen wir das aber. Später habe ich recherchiert, dass der Weg seit Juni 2015 generell ‚aus Sicherheitsgründen‘ gesperrt ist.

Cape Felsenhöhlendurchgang

Aber auch von ‚halber Höhe‘ ist die Aussicht durchaus respektabel:
Cape Panorama

Eigentlich wollen wir auf einem der beiden Womo-Stellplätze in Calpe bleiben. Einer davon ist jedoch ausgebucht und der andere sieht schon von weitem knallvoll aus. Auf beiden Plätzen steht man unheimlich eng – das mögen wir gar nicht und fahren deshalb weiter auf den bewährten Stellplatz in Tavernes. Von dort ist es am nächsten Tag nicht weit bis Valencia.
Valencia

Im letzten Jahr besuchten wir dort die  Ciudad de las Arges y de las Ciencias, diesmal schauen wir uns die Altstadt an.
Valencia Arena

Die Stadt Valencia ist eine der überschuldetsten Gemeinde Spaniens, man sieht ihr das aber auf den ersten Blick nicht an. Die Straßen sind sauber, die Häuser gepflegt und im Altstadtbereich architektonisch äußerst ansprechend.
Valencia Häuser

Valencia City

Valencia Markthalle

Eine Besonderheit ist ein 8km langer Park, der sich mitten durch die Großstadt Valencia zieht. Er befindet sich im ehemaligen Flussbett des Turia und ist die ‚grüne Lunge‘ der Stadt. Leider ist das Wetter nicht berauschend, bei unserem nächsten Besuch in Valencia wollen wir diesen Park genauer unter die Lupe nehmen.

Für diesmal heisst es aber Abschied nehmen von Spanien und wir fahren zügig mit zwei Übernachtungen in Cambrils und in der Nähe von Grenoble heimwärts.

Auf unserer knapp vierwöchigen Tour haben wir laut Bordcomputer 3.928km zurückgelegt, bei einer Fahrtzeit von insgesamt 45:26 Stunden. Der Verbrauch lag bei 10,6 l die Durchschnittsgeschwindigkeit bei 86 km/h. Wobei der Großteil der Strecke auf Autobahnen zurückgelegt wurde. Dort wird der Tempomat in der Regel auf 120 km/h eingestellt, damit fährt sich der Ducato sehr komfortabel.

 

 

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