Laghi & Mare Aug/Sept 2017

Sommerurlaub in der Karibik? Nein, dieser Strand mit weißem Sand und türkisblauem Wasser befindet sich in Italien! Aber dazu später mehr…

Wir fahren Mitte August bei hochsommerlichen Temperaturen Richtung Süden. Einen ersten Stopp legen wir am Sempacher See in der Schweiz ein

Dort gibt es im Örtchen Nottwil ein kleines, kostenloses Badi. Sehr hübsch & schweizertypisch sauber. Die kostenpflichtigen Parkplätze dort sind allerdings nur für PKWs geeignet – und heute zudem überfüllt. Wir parken kostenlos in der Dorfmitte, nur 1,5 Kilometer entfernt.

Am Nachmittag zieht ein Gewitter auf und uns zieht es deshalb weiter. Vor dem Gotthardtunnel ist kein Stau, drum fahren wir durch den Tunnel durch und steuern gleich nach dem südlichen Tunnelausgang unseren ersten, ruhigen Übernachtungsplatz auf dem Parkplatz der Seilbahn von Airolo an.

Am nächsten Morgen geht es weiter an den Lago di Garlate, südöstlich vom Comer See

Über CamperContact finden wir hier einen freien Stellplatz direkt am Seeufer

In der Bar Boomerang genießen wir unseren ersten italienischen Cappuccino – lecker!

und typisch italienisch preigünstig!

Hier bleiben wir ein paar Tage. Das Örtchen gibt nicht viel her, aber der See ist schön – natürlich wird das SUP hier ausgiebig genutzt

Sonnenuntergang am Lago di Garlate

In der letzten Nacht gesellt sich ein nicht ganz unauffälliges Campergespann dazu

Ebenfalls über CamperContact finden wir diesen Stellplatz bei Lecco. Er befindet sich direkt an einer lauten, vielbefahrenen Straße – ist aber kostenlos, inklusive Ver- und Entsorgung. Wir wollen hier sowie nur unsere Tanks leeren und befüllen, so passt das.

Dann fahren wir weiter am Ostufer des Comer Sees entlang zum Lago di Mezzola. Bei Colico / Fuentes gibt es ein großes Einkaufszentrum. Hier tankten wir den günstigsten Diesel auf der gesamten Italienreise.

Der kostenlose Stellplatz am Lago di Mezzola liegt wirklich traumhaft. Man steht auf einer Wiese, nur wenige Meter vom See entfernt inmitten der schönen Berglandschaft. Kleine Supermärkte sind rund 1 km entfernt und damit zu Fuß erreichbar.

Das Cafe Lido Beach ist direkt nebenan. Dort hat es einen schönen Badestrand, Duschen und Toiletten – alles frei zugänglich. Die jungen Betreiber sind freundlich, der Cappuccino lecker. Manchmal gibt es nächtliche Technopartys die dann auch auf dem Stellplatz gut hörbar sind.

Sauberes, recht kaltes Wasser fließt von den Bergen in den Lago di Mezzola.

Der See eignet sich hervorragend zum Stand Up Paddeln

Mit unserem Board paddeln wir rund um den See, hier zu einem kleinen Wasserfall.

Es gibt keine V/E am Stellplatz, aber Trinkwasser kann man am Brunnen tanken.

Ein Ausflug führt uns in das nahe Städtchen Chiavenna, sehr hübsch mit kleiner Fußgängerzone und vielen Geschäften, Eisdielen und Cafe’s. Rundum gibt es unzählige Wandermöglichkeiten.

Aber wie schaut denn der Fluß aus?

Eine Internetrecherche ergibt, dass es ein paar Kilometer flußaufwärts einen massiven Bergrutsch gegeben hat.

Die Straße Richtung Schweiz ist deshalb für den Verkehr gesperrt. Wir kommen noch ein Stückchen weiter bis zu einem kleinen Wasserfall.

Zur Übernachtung fahren wir nochmal auf den Stellplatz am Lago di Mezzola und am nächsten Morgen weiter an den Lago d’Iseo auf den Stellplatz bei Lovere. Dieser hat eine perfekte V/E-Station, WC und Duschen – man steht aber ziemlich eng in einem umzäunten Bereich und einer der Stellplatzwärter war bei unserem Empfang sehr stinkstiefelig, so dass wir den Platz nur bedingt weiterempfehlen können. Der Preis von 12€ pro Nacht inkl. V/E und 1€ fürs Duschen ist ok.

Es gibt in Lovere keine vernünftige Möglichkeit, zum Schwimmen oder SUPen in den Iseosee zu steigen, das ist schade – das Städtchen selbst ist ganz nett anzuschauen.

Frisch geduscht und voll betankt bzw. entleert fahren wir am nächsten Tag weiter an den Idrosee. Im Örtchen Anfo gibt es beim Ristorante Imbarcadero 3 kostenlose Stellplätze. Da wissen wir doch gleich, wo wir unseren nächsten Cappuccino einnehmen.

Wir bleiben hier 3 Tage bzw. Nächte. Zum Seeufer sind es nur wenige Meter.

Das Ristorante Imbarcadero macht übrigens auch sehr leckere Pizza, mein Favorit ‚Pizza Napoli‘ kostet nur knapp 6€ – auch zum Mitnehmen.

Einige hundert Meter weiter befindet sich der Strand von Anfo. Hier kann man auch Surfbretter, Segelboote oder SUPs leihen.

Im alten Zentrum von Anfo.

Trinkwasserbrunnen gibt es viele im Norden Italiens. Meistens ist das Wasser durchaus schmackhaft, wir füllen oft dort unsere Wasserflaschen. Der Dorfbrunnen an der Kirche von Anfo ist allerdings etwas Besonderes, hier kann man sein Wasser wählen: Naturale, Gekühlt oder Gekühlt mit Kohlensäure!

Über eine kleine verschlungene Straße fahren wir vorbei am Ledrosee nach Riva del Garda.

Wir brauchen wieder eine Ver- und Entsorgung und Duschen gibt es hier auch. Der Platz kostet 0,50€ pro Stunde – ein faires Abrechnungssystem, Duschen kostet ebenfalls 50 Cent.

Klar, es ist ein typischer Wohnmobilplatz, man steht recht eng mit vielen anderen Wohnmobilen, das ist eigentlich nicht so unser Ding. Gemessen an den PKW-Parkgebühren in Riva del Garda, wo pro Stunde zwischen 1 und 2 Euro verlangt werden, stehen wir hier allerdings recht preiswert und die Lage ist prima.

Nur 500m entfernt beginnt die schöne Promenade und der Strandbereich von Riva mit gepflegtem Rasen. Hier ist alles sauber und wohlgeordnet: es gibt sogar einen eigenen Bereich für Surfer und SUPer.

Es macht wirklich Spaß auf dem glasklaren Gardasee zu paddelnFür Segel und Boards gibt es spezielle Halterungen.

Unser Kula-Nui macht sich dort gut, oder? 🙂

Das Städtchen Riva ist sehr touristisch, aber durchaus hübsch.

Natürlich mit unzähligen Möglichkeiten, seinen Cappuccino zu genießen.

Am östlichen Ende von Riva befindet sich nicht nur der Wohnmobilstellplatz, sondern auch ein Berg mit Wanderwegen.

Von diesem Weg aus gibt es immer wieder tolle Aussichten auf den Gardasee.

In Riva lässt es sich gut aushalten. Trotzdem wollen wir weiter, das Meer lockt.

Und so landen wir in Marina di Massa. Dort gibt es einen kostenlosen Womo-Platz, der allerdings nicht besonders attraktiv ist. Wir finden mit unserem schlanken Camper aber ein Plätzchen direkt am Steinstrand.

Im Hintergrund befindet sich eine Gebäuderuine – diese gibt es in Italien öfters, auch in Toplagen wie hier, direkt am Meer. Die interessante Gebäudestruktur, das riesige Grundstück und die Inschrift ‚Colonia Ettore Motta‘ machen neugierig, und wir stöbern ein wenig im Netz.

Ursprünglich war die Anlage wohl ein Kindererholungsheim für die Arbeiter des italienischen Stromversorgers Edison-Volta. Über den Chef des Betriebes, Ettore Motta, haben wir hier einen schönen Bericht gefunden. Trotz des traurigen Zustandes hat der Gebäudekomplex einen gewissen Charme.

Sonnenuntergang bei Marina di Massa.

In der Nacht tobt ein heftiges Gewitter und am nächsten Morgen ist das Meer noch ein wenig näher.

Unser Höhenmesser zeigt -5m an, das ist aber wohl etwas übertrieben 😉

Wir fahren zum nahen Bergdörflein Montemarcello, dort gibt es einen kostenlosen Stellplatz.

Nur wenige Kilometer von der trubeligen Küste entfernt kann man hier dörfliche Ruhe genießen.

… und es gibt viele schöne Ausblicke.

Wir fahren noch ein wenig weiter ins Hinterland, vorbei an Bergdörfern…

… und vielen Steinbrüchen, an denen Mamor und anderes Gestein abgebaut wird….

… und landen schließlich in Chifenti, einem kleinen Dorf mit einer großen, mittelalterlichen Brücke

Auf dem dortigen Stellplatz ist neben Ver- und Entsorgung sogar der Strom kostenlos. Und es hat viel Platz, lediglich ein englische Camper hat es sich dort offensichtlich für längere Zeit eingerichtet.

Das Wetter ist im Hinterland aber nicht so toll, so fahren wir weiter. Vorbei an der Ponte della Maddalena, der sogenannten Teufelsbrücke aus dem 14. Jahrhundert…

… vorbei an Pisa, da waren wir schon 2011 und der Turm ist immer noch so schräg…

… und sind am frühen Abend wieder an der Küste bei bestem Sonnenschein. Ganz im Süden von Livorno finden wir diesen Platz an einer Steilküste.

… mit toller Aussicht auf die Brandung.

Von unserem Steilküstenplatz laufen wir der Küstenlinie entlang bis nach Livorno.

Die Wellen sind hier für Mittelmeerverhältnisse respektabel.

Nach zwei Tagen am fahren wir weiter südwärts, wir brauchen mal wieder eine Ver- und Entsorgung.

Einen entsprechenden Stellplatz finden wir in Mazzanta. Zwischenzeitlich ist Nachsaison und der Platz recht leer. Für 10€ pro 24h inkl. V/E bleiben wir hier 2 Tage.

Der Strand ist knapp 500m entfernt, hier kommt auch unser SUP wieder zum Einsatz.

Zwischen Stellplatz und Strand liegt ein schöner Pinienwald.

In diesem kann man parallel zur Küsten wandern, joggen, spazieren. Durch die Bäume ist man sonnengeschützt und es riecht ganz wunderbar.

Wir machen auch einen kurzen Ausflug an den White Beach von Vadda. Der Sand dort ist wirklich sehr weiß und das Wasser schimmert helltürkis. Optisch zweifelsfrei ein Hingucker. Im Hinterland des Strandes befindet sich allerdings eine sehr große Fabrik mit Kühltürmen und allem drum und dran. Kanäle führen von dort ins Meer – das macht misstrauisch.

Obwohl der Strand offiziell frei ist und die Wasserqualität laut Schild in Ordnung, wollen wir hier aber nicht länger bleiben. Denn tatsächlich wurde der Sand die letzten Jahrzehnten durch Tonnen von Quecksilber etc. gebleicht, die von der nahen Chemiefabrik Solvay ins Meer geleitet wurden.

Wir waren am frühen Morgen dort, aber die Infrastruktur und die teuren Parkgebühren vor Ort (halber Tag 7€) lassen darauf schließen, dass der Platz gut besucht ist.

Hier noch ein Blick auf die Fabrik Solvay Rosignano. Das Ganze wirkt schon etwas bizarr. Wir fahren nochmal an unsern Steinstrand in Marina di Massa.

Solch freie Strandabschnitte sind an der italienischen Rivera übrigens eher die Ausnahme. Die größten Teile der Strände werden von ‚Bagnos‘ bestimmt: hinter einem Bretterzahn stehen dort Liegestühle dicht und dicht. Eine italienische Badekultur, die wir nicht nachvollziehen können.

Wir legen noch ein nettes Mandala an den Strand mit den schönen Steinen – dann sind unsere 3 1/2 Wochen Sommerferien leider um und wir fahren wieder nach Hause.

Wir haben in dieser Zeit 2.189km zurückgelegt, bei einer Fahrzeit von 35:29 Stunden. Die Durchschnittsgeschwindigkeit betrug 61 km/h, der Verbrauch lag bei 9,2 Liter Diesel.

 

 

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