Makaio Kula Nui 11,5″

Da wir immer wieder auf die Erfahrungen mit unserem SUP angesprochen werde, hier ein kurzer Bericht über das Makaio Kula Nui 11,5″ SUP:

Im Juli 2016 haben wir das SUP im Onlineshop von Makaio bestellt, ein paar Tage später wurde das Board nebst Rucksack, Finnen, Pumpe geliefert und auch das als Zubehör bestellte Leach (damit bindet man sich das Board an den Fuß) war dabei. Am liebsten hätten wir gleich mit dem SUPen losgelegt – aber es fehlte das mitbestellte Paddel 😦  Dieses wurde auf unsere Mail-Anfrage an Makaio ein paar Tage später mit einer Entschuldigung nachgeliefert. Bei dieser Gelegenheit hatte ich angeregt, eine Bedienungsanleitung dem SUP beizulegen, da Neulinge nicht unbedingt wissen, wie die Finnen anzubringen sind, wie man die Pumpe bedient, wie hoch der Luftdruck sein sollte etc.  Die Antwort war, dass eine entsprechende Anleitung normalerweise beiliegt, ich habe diese dann gleich als PDF mit der Antwortmail erhalten. Das Board ist mit 11,5 Fuß und damit rund 3,50 Meter ein recht großes SUP. Das Aufpumpen auf rund 1 Bar ist mit der Doppelhubpumpe in 10 – 15 Minuten erledigt.

Danach ist man schön aufgewärmt und kann gleich losSUPen. Bilder dazu gibt es hier.  Der Nachteil an einem großen, breiten SUP: es ist nicht so agil und wendig wie schmalere und kürze Modelle. Der Vorteil: auch Anfänger stehen stabil und sicher auf dem Board und vor allem: man kann es auch prima zu Zweit benutzen. Wir machen das oft, dabei passt auch noch ein wenig Gepäck drauf, wir haben für unsere Wertsachen meist ein wasserdichtes Faß dabei, welches mittels der Spanngurte befestigt werden kann. Wir waren sogar an einem See mal ‚einkaufen‘.

Das Leach am Fuß verwenden wir nur bei starkem Wind oder Wellengang – es verhindert, dass das Board abtreibt, falls man mal runterfällt. Bei normalem Seegang passiert das praktisch nicht, man steht sicher und stabil. Unser Paddel ist in der Höhe verstellbar und lässt sich so individuell auf die Köpergröße anpassen.

Im mitgelieferten Rucksack kann ‚Mann‘ das Kula Nui 11,5″  ohne Probleme ein paar hundert Meter auf dem Rücken tragen, für ‚Frau‘ ist das allerdings zu schwer. Auch das Aufpumpen, das Einlassen ins Wasser, das Rausholen und das Tragen zu See-Picknickplatz übernimmt bei uns ‚Mann‘.

Auf dem Wasser sind wir bei einer Zweierbesetzung meist gemütlich unterwegs, alleine aber auch sportlich, wobei ‚Mann‘ auch gerne mal gegen den Wind ankämpft. Dieser ist bei allen SUPs ein ganz wesentlicher Faktor – man wird unweigerlich mit dem Wind weggedrückt. Unser Makaio verfügt über eine Aufnahme für ein Surfsegel, das haben wir bisher aber noch nicht ausprobiert.

Aufgepumpt ist das Kula Nui 11,5″ fast so hart wie ein festes Board und hat unseres Erachtens ein gutes Preis- /Leistungsverhältnis. Wir haben einige billigere Modelle, die es z.B. bei Amazon günstig gibt, im Einsatz gesehen – die hängen meistens durch. Generell sollte man darauf achten, dass das Board 1 Bar Luftdruck verträgt.

Beim Ablassen der Luft ist einem für ein paar Sekunden die Aufmerksamkeit des gesamten Strandes gewiss: die mit 1 Bar komprimierte Luft entweicht bei Drücken des Ventils sehr laut, der Lärm lässt aber schnell nach. Nach ein paar Minuten ist das Board flach und man kann es zusammenrollen – dabei entfernt man am besten mit einem Tuch noch eventuell vorhandene Feuchtigkeit – und in den Rucksack stecken. Dort passen auch noch Pumpe, Paddel (das lässt sich in 3 Teile zerlegen) etc. rein.

Wir möchten unser SUP nicht mehr missen, in der warmen Jahreszeit hat es seinen festen Platz in der Heckgarage unseres Weinsberg Carabus 631 ME, dort nimmt es auch einen nicht unwesentlichen Anteil des Gepäckraumes ein.

Ein kleiner Wermutstropfen: leider hat sich der seitliche Schriftzug schon nach kurzer Zeit etwas gelöst, das sieht nicht sehr gut aus. Es gibt dazu mit Herrn Schwambach von Makaio einen umfangreichen Mailverkehr.

Letztlich ist es so, dass es sich um einen Produktionsfehler handelt und uns wurde im November 2016 eine Erstattung von 80€ angeboten. Das wäre ok, nur leider haben wir bis heute das Geld nicht bekommen, auch nicht auf mehrfache Anfrage. Das ist ein wenig schade und nicht sehr professionell, wir werden dran bleiben.

Summa Summarum freuen wir uns aber über das SUP und auf die kommende Saison! Für weitere Fragen stehen wir gerne zur Verfügung 🙂

 

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Maccagno Ostern 2017

Das Wetter an Ostern  2017 in Deutschland: kalt und regnerisch. Am Lago Maggiore: sonnig und trocken. Also fahren wir wieder mal nach Maccagno. Sicher, wir waren dort schon im letzten Oktober und auch an Pfingsten. Aber der Ort ist der erste am Ostufer des Lago Maggiore, bietet einen kostenlosen Wohnmobilstellplatz und liegt einfach wunderschön:

Das hat sich allerdings herumgesprochen. Bei der Ankunft am ‚Stellplatz‘ sind wir leicht schockiert: alles knallvoll mit Wohnmobilen. Selbst der Teil des Platzes, der für PKWs reserviert ist und die umliegende Parkplätze. Wir waren schon einige Male hier, aber das haben wir noch nie erlebt. Immerhin finden wir noch einen Platz für uns.

Wir sind die meiste Zeit unterwegs, so macht uns die Fülle auf dem Stellplatz nicht so viel aus. Es ist aber fraglich, wie lange die Anwohner mit so einer Situation großzügig umgehen. Am nahen Strand vom Parco Giona ist nicht viel los:

Und auch in den Cafés findet sich noch gut ein Plätzchen, natürlich kommen wir an den leckeren Cappuccini hier nicht vorbei, hier zum Beispiel in der Caffetteria Wine Bar da Biagio am südlichen Ende von Maccagno. Hier sitzen auch die Einheimischen. Nette Bedienung, Sonnenplatz ab 11 Uhr, 1,50€ pro Tasse.

Und hier noch ein Bild vom südlichen Ende von Maccagno. Hier verschwindet die Küstenstraße wieder in einem der vielen Tunnel.

Zu Fuß kommt man aber noch ein paar hundert Meter auf einem Promenadenweg weiter…

… und kann die Sicht über den Lago genießen

Wir haben erstmals auf dem iPhone die App für Wanderungen OsmAndMaps getestet. Man kann damit, solange man Internet hat, für diverse Gebiete Karten runterladen, und diese dann offline mit GPS nutzen. Die Wanderwege nördlich des Flusses kennen wir schon, nun steuern wir die ‚Kultstätte‘ südlich an. Der zweite Stern weist übrigens auf einen Strommast hin. Nicht besonders sehenswert, aber gut zur Orientierung.

Wir werden von der App auf einen Wanderweg Richtung Montevenere gelotst. Unterwegs gibt es nette Schilder, die dies bestätigen:Außerdem gibt es immer wieder weiss-rote Markierungen. Die App wird durch diese großzügige Beschilderung gar nicht mehr beachtet, theoretisch macht sie ihren Job aber gut.Und schließlich stehen wir vor der ‚Kultstätte‘: ein Kirchlein. Nicht besonders beeindruckend und verschlossen, aber immerhin Kult. Außerdem ist ja der Weg das Ziel.

Und die Wege sind wie immer am Lago steil. Dafür wird man mit einer tollen Aussicht belohnt.Unten links neben dem Sportplatz steht unser Bus, den man von hier aus sehen könnte, würde nicht ein fettes Phoenix-Wohnmobil davorstehen 😉

Dorthin (also zu unserem Bus) laufen wir wieder zurück und freuen uns auf leckere Spaghetti Carbonara, deren Zutaten wir im Ort gekauft haben.In Erwartung einer gewaltigen Rückreisewelle treten wir die Heimfahrt früh am Ostermontag an. Die Belohnung: in knapp 4 Stunden geht es über freie Straßen nach Hause, kein Stau vor dem Tunnel des Gotthards der hier schon mal aus der Ferne grüßt.

Und so sieht das Wetter nach der Ausfahrt aus dem Gotthardtunnel auf der nördlichen Seite der Alpen aus. Vermutlich war das nicht unser letzter Abstecher nach ‚Bella Italia‘. 🙂

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Ital.Riviera Frühjahr 2017

Eine Woche Fasnachtsferien verbunden mit einem Blick auf die Wetterkarten veranlassen uns, wieder einmal an die italienische Riviera zu fahren. Unser erstes Ziel ist Celle Ligure.

So ganz außerhalb der Saison ist der Strand noch ganz frei von den italienischen ‚Bagnis‘: private Badeanstalten, die den Strand in zahlungspflichtige Abschnitte einteilen, mit eng gestellten Liegestühlen und Bretterzäunen. Uns gefällt es so besser.

Mitten im Ortszentrum von Celle Ligure gibt es die Bar Focacceria Tuttintorno, mit den besten Focaccias, die wir bisher in Italien gegessen haben. Diese ligurische Spezialität ist ein Fladenbrot aus Hefeteig, das vor dem Backen mit Olivenöl, Salz, Kräutern (=naturale) oder auch mit weiteren Zutaten belegt wird. Obwohl wir dort mehrere Male eingekauft haben, gibt es leider kein Foto von diesen Köstlichkeiten – wir waren wohl zu sehr mit dem Genuß beschäftigt. Hier sind 2 Exemplare aus einer anderen Bäckerei zu sehen, die waren auch recht lecker:

Der offizielle Wohnmobilstellplatz in Celle Ligure ist in den einschlägigen Apps gelistet. Er liegt etwas laut neben der Autobahn und ist auch sonst nicht sonderlich attraktiv. Dafür aber kostenlos, sogar einschließlich Ver- und Entsorgung – ein Novum an der italienischen Adria! Außerdem ist man über Treppen und steile Wege in rund 15 Minuten am Meer und in der netten, kleinen Ortschaft.

Dort lässt es sich bei tagsüber bei um die 18 Grad gut aushalten, auch nachts bleibt es bei zweistelligen Temperaturen, sodass unsere Standheizung nicht viel zu tun hat.

Auf der SS 1 geht es weiter entlang der ligurischen Küste. Das Wetter schlägt um, es ist bewölkt und sehr windig. Wir legen bei Savonna auf dem Stellplatz von Vado Ligure ein Zwischenstopp ein. Der kostet 16€ incl. V/E + Strom. Da allgemein geraten wird, die Batterien ab und zu mal mit Landstrom vollständig aufzupumpen, nutzen wir die Gelegenheit. Pro Tag bringt unser Solarpanel im Winter nur 8 Ah, wir denken über die Aufrüstung eines 2. Panels nach.

Am nächsten Tag fahren wir weiter entlang der schönen Küstenstraße bis nach Alassio zu einem netten Übernachtungsplatz bei der Chiesa Santa Croce, einer kleinen romanischen Kirche oberhalb von Alassio mit toller Aussicht.

Auf dem dortigen kleinen Parkplatz ist nichts los, so steht einer ruhigen Übernachtung nichts im Wege. Die Straßen hierhin sind aber abenteuerlich schmal und für größere Wohnmobile nicht zu empfehlen. Der nächsten Tag beginnt mit einer schönen Morgenstimmung und blauem Himmel.

Die Aussicht von hier oben ist toll und direkt von der Kapelle aus startet ein Höhenwanderweg bis in das 6 km entfernte Albenga.

In Albenga parken wir tagsüber direkt an der Promenade auf dem PKW-Parkplatz. Viel breiter als ein SUV ist unser Ducato ja nicht. Zum Übernachten fahren wir in eine ruhige Seitenstraße.

‚Due Cappuccini per favore‘ – das klappt auf italienisch schon prima. Hier an einer zum Beginn des März soeben wiedereröffneten Strandbar in Albenga.

Italien + Cappuccino, das gehört einfach zusammen. Nirgendwo schmeckt der Kaffee besser und mit rund 1,50€ pro Tasse ist es ein preiswertes Vergnügen.

Der sehenswerte mittelalterliche Stadtkern von Albenga lädt zum Bummeln ein.

Leider auch typisch italienisch: die hohen Spritpreise. An fast allen Tankstellen wird außerdem unterschieden zwischen Selbstbedienung & Service. Für diesen werden gerne nochmal 30 Cent pro Liter verlangt – für uns sparsame Deutsche definitiv zu viel. Wir beobachten allerdings, dass viele Italiener sich bedienen lassen. Ob die wirklich die saftigen Zuschläge bezahlen, oder – ‚da man sich kennt‘, doch den günstigeren Preis berechnet bekommen? Die SB-Säulen sind oft unkomfortabel: manchmal kommt man mit den Bus gar nicht ran, weil sie in der hinteren Ecke mit schmaler Zufahrt liegen. Manchmal muss man einen Automaten mit Bargeld füttern, bevor man tanken kann.

Hier haben wir Glück und der Automat akzeptiert unsere Maestro-Karte. Somit steht dem Zapfen des edlen Italosprits nichts mehr im Wege und wir können die Heimfahrt antreten.

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Sardinien Winter 2016/17

Dieses Jahr können wir über die Winterferien nur 2 Wochen Urlaub machen, für eine Fahrt nach Südspanien ist uns das zu wenig Zeit. Wir möchten aber gerne in etwas wärmere Gefilde und wählen Sardinien als Ziel. In 7 Stunden sind wir schon mal am Meer, rechtzeitig zum schönen Sonnenuntergang.sardinien-4

Die Fahrt dorthin verläuft unspektakulär. Die Straßen sind recht frei, der Ducato dieselt im Tempomatmodus bei 120 km/h kaum hörbar, die Mautkosten in Italien sind mit rund 35€ überschaubar.

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In Marina di Pisa stellen wir uns zum Übernachten in eine Seitenstraße des Wohngebiets. Tagsüber parken wir direkt an der Strandstraße, im Winter sind alle Parkuhren abgebaut. Im Dörfchen ist wenig los, aber die Sonne ist da!sardinien-9

Die haben hier schon die neuen EU-Flaggen mit weniger Sternchensardinien-11

Abends geht es weiter nach Livorno, dort startet morgen früh unsere Fähre. sardinien-35c

Direkt am Fährhafen gibt es einen kostenlosen Stellplatz mit V/E und Blick auf unser Schiff. Der Hafen ist im Vergleich zu Genua sehr übersichtlich und ruhig, wir verbringen eine entspannte Nacht.sardinien-16

Viele Wohnmobile und LKWs möchten morgens am 23.12. nicht nach Sardinien. Der Frachtraum für die großen Autos bleibt fast leer.sardinien-18

Und dann gehts los. Die Fähre braucht gute 8 Stunden von Livorno nach Olbia auf Sardinien. Wir bezahlen bei Moby für Hin- und Zurück rund 350€ für den Camper + 2 Personen. Darin enthalten sind Liegesessel (die wir nicht verwenden) für die Hinfahrt und eine Außen-Doppelkabine bei der Rückfahrt, da wir dann die Nachtfähre benutzen.sardinien-30

Das Schiff von Moby ist in einem recht guten Zustand, es gibt viele Sitzgelegenheiten, Bistros, Restaurants, Spielplatz und Shops unter Deck. Die Fähre ist längst nicht ausgelastet und so hat man überall Platz. Über Deck ist auch viel Platz, es ist sonnig, zieht aber ordentlich. Hier fahren wir gerade an Elba vorbei.sardinien-31In Italien gibt es oft recht lustige Übersetzungen ins Deutsche, so auch hier an Bord.sardinien-33Unser erstes Ziel auf Sardinien ist ein Stellplatz an der Bucht von Olbia, nur 20 Minuten vom Fährhafen entfernt. Diesen Platz und alle anderen auf unserer Rundreise habe ich aus der holländischen App ‚CamperContact‘, welche sehr zu empfehlen ist. Die nicht asphaltierte Zufahrtsstraße zum Stellplatz ‚Golfo Aranci‘ ist etwas eng und unkomfortabel – außerdem für Wohnmobile und LKWs verboten. Wir haben aber nur einen Camper 😉 und es hat sich niemand an uns gestört.
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So steht einem ruhigen Heiligabend mit Tee und Weihnachtsgebäck am Strand nichts entgegen.sardinien-41

Dank der großen Schiebetüre können wir den Sonnenuntergang direkt aus dem Wohnzimmer betrachten. Das ist Fernsehen, wie wir es lieben.sardinien-42

Wir gehen tagsüber in Olbia einkaufen und füllen unseren Wassertank an einer Tankstelle auf. V/E gibt es auf dem Stellplatz, der im Prinzip nur ein einfacher Parkplatz ist, nämlich nicht. In der Ferne sieht man große Fähren durch die Bucht von Olbia fahren, dank dem Zoom unserer kleinen Nikon Coolpix können wir die Schiffe auch ranholen.sardinien-43

Nach 2 Nächten fahren wir weiter. An Olbia vorbei geht es auf der ‚Autobahn‘ Richtung Süden. Die Straßen auf Sardinien sind alle mautfrei, aber keinesfalls schlaglochfrei. Die ‚Autobahnen‘ entsprechen nicht immer dem gewohnten Standard. Sinnvollerweise ist dort auch nur Tempo 90 erlaubt. Nach 1 Stunde sind wir auf dem Stellplatz ‚Matta e Peru‘, in der Nähe des Dörfchens Posada:sardinien-47b

Der Stellplatz ist wieder ein ganz normaler Parkplatz ohne jegliche Infrastruktur für Wohnmobile. Dafür mit einer Traumlage direkt am Meer. Im Sommer wird hier wohl eine Parkgebühr von 10€ verlangt.sardinien-52

Das Gelände steht teilweise unter Wasser. Entweder hat es hier sehr ordentlich geregnet, oder der nahe Rio Posada ist über die Ufer getreten.sardinien-53

Wir parken aber sicher und trocken. Es kommen einige Tagesausflügler und Angler mit PKWs vorbei, nachts sind wir alleine. Im krassen Gegensatz zu Korsika, wo wir an ähnlichen Plätzen schon mal beschimpft und bedroht wurden, sind die Sarden ausgesprochen freundlich. Grüßen, winken, lächeln. Wir fühlen uns sehr wohl.sardinien-57

Am nächsten Tag schlendern wir durch die Gassen von Posada. Die Altstadt liegt auf einem Hügel, den es zu erklimmen gilt, denn natürlich möchten wir die Ruine des Castello della Fava besichtigen.sardinien-61

Wir sind an diesem Morgen die einzigen Besucher, der freundliche Kassenwart der Anlage freut sich vermutlich, dass er nicht ganz umsonst aufgestanden ist. Gerne zahlen wir je 3€ Eintritt, die Aussicht vom Torre ist toll.sardinien-70

Die Temperaturen sind übrigens auch prima. Tagsüber hat es um die 18 Grad, zum Wandern und Spazieren ideal. Es geht meist ein kleiner kühler Wind, wenn man sich in die Sonne legen oder sitzen möchte, ist ein windgeschützter Platz von Vorteil.sardinien-75

Den finden wir in Posada übrigens auch in einem netten Café, direkt an der Hauptstraße. Für nur 1,10€ gibt es dort einen unglaublich leckeren Cappuccino – das Glas Wasser dazu wird mit 20 Cent berechnet. Auch das mögen wir an Italien. Auf unserer Sardinien-Rundreise machen wir oft und gerne einen Cappuccino-Stopp in einem Café und bezahlen nie mehr als 1,30€.

Von Posada aus fahren wir 30km weiter an den Spiaggia di Berchida. Nach der Zufahrt über eine 3km lange lehmig-sandigen Schlaglochpiste sind wir an einem wunderschönen weißen Sandstrand.
sardinien-76  Davor befindet sich ein sehr großer Parkplatz, im Sommer ist der vermutlich gut gefüllt. Jetzt sind wir wieder einmal alleine, von ein paar Tagesauflügler abgesehen.sardinien-77

Die Ostküste Sardiniens wird Richtung Süden nun sehr steil, die Straßen werden schmal. Unser nächstes Ziel, Baunei, liegt zwar nur 95km entfernt, das TomTom-Navi errechnet aber eine Fahrtzeit von 2:20 Stunden. Macht nichts, wir haben ja Zeit und freuen uns, die Landschaft auf der Fahrt zu genießen.

Leider ist mittendrin Schluss: die SS 125 ist gesperrt, wir müssen einen großen Umweg über das bergige Hinterland fahren.sardinien-82

Es wird nun sehr ländlich: Gegenverkehr mit Ziegenherden…sardinien-83

..freilaufende wilde Hausschweine (oder zahme Wildschweine?)sardinien-85

Nach guten 4 Stunden statt der geplanten 2:20 erreichen wir schließlich Baunei mit seiner spektakulären Steilküste. Wir vespern hier in Ruhe und schauen uns die Gegend an.sardinien-86

Zum Übernachten wollen wir aber noch ein Stück weiter nach Santa Maria Navarresse. Dort soll es laut CamperContact einen Stellplatz mit V/E und Dusche geben, der im Winter geöffnet hat. Das ist sehr selten auf Sardinien. Leider floppt dieser Tipp: der Platz ist geschlossen und die schmuddelige Umgebung mit streunenden Hunden lädt nicht zum Bleiben ein.sardinien-91

So fahren wir noch ein Stück weiter bis nach Torre di Bari. Dort finden wir einen ruhigen Parkplatz im Ort und bleiben über Nacht. Den angeblichen Stellplatz finden wir nicht: unter den angegebenen Koordinaten befinden sich die verschlossenen Tore eines Hotels.sardinien-96

Gut, dass wir im Prinzip auch autark unterwegs sein können, So füllen wir unseren Wassertank wieder an einer Tankstelle. Nach Ziegen und Schweinen kommen uns heute Schafe auf der Fahrbahn entgegen.sardinien-100

Einen Zwischenstopp machen wir am roten Felsen von Arbatax. Die Beleuchtung am Morgen ist für ein Foto nicht ideal, die Porphyrklippen des Rocca Rosse sind trotzdem toll anzuschauen. Direkt davor gibt es übrigens auch einen riesigen Parkplatz ohne Womo-Verbotsschilder. Dort könnte man auch prima die Abendstimmung genießen.sardinien-101

Wir wollen aber weiter und fahren den Stellplatz ‚Marina di Cairo‘ an. Laut CamperContact kostet der Platz 15€ pro Nacht und verfügt über V/E, Dusche und WC. sardinien-102Es ist wieder alles geschlossen. Dafür gibt es den Traumplatz in der Pole Position zum Nulltarif.sardinien-104

Ein windgeschützter, sonniger Platz für das Mittagsschläfchen ist auch schnell gefundensardinien-107

Rund um Marina de Gairo gibt es schöne Feldformationen und Klettermöglichkeiten

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Und weiter geht es südwärts an der Ostküste Sardiniens entlang. Diesmal treffen wir auf Kühe auf der Fahrbahn.

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Wir fahren erst den CamperContact-Stellplatz Casa Pici an. Der liegt direkt an einem langen Strand, es führt aber auch eine Straße direkt daran vorbei. Hm… vielleicht sind wir zwischenzeitlich verwöhnt, aber wir fahren mal weiter. Der nächste Platz, Cala Sinais, liegt ruhig. Leider ist zum ersten Mal das Wetter heute nicht besonders, für einen Strandspaziergang reicht es.sardinien-128

Der Parkplatz gehört zu einer Bar, die jetzt geschlossen hat. Wir sind wieder einmal die Einzigen hier. Auf Google Maps sieht man, dass es im Sommer hier gut voll ist. Das erklärt vielleicht den hässlichen Zaun, der der Parkplatz umgibt. Naja, zugegeben: wir sind durch die bisherigen Traumplätze wirklich ein wenig verwöhnt. Wir verbringen hier eine ruhige Nacht.sardinien-129

Wir möchten unbedingt auch die Westküste Sardiniens anschauen und von hier aus bietet es sich an, die Seiten zu wechseln.sardinien-142a

Das machen wir auch. Auf der Strecke finden wir wieder eine Tankstelle mit Wasserhahn. Das Wasser erkaufen wir uns, indem wir den recht hohen Preis an einer ‚Service‘-Zapfsäule bezahlen. Gegenüber dem Selfservice zahlt mal rund 20 Cent mehr pro Liter. Ganz billig ist das ‚Wassertanken‘ somit nicht, wir sind aber froh, überhaupt eine Möglichkeit zu haben. Und die Tankwarte sind froh, dass wir ihren Arbeitsplatz sichern.sardinien-130

Unterwegs wieder einmal ein gesperrte Straße. Diesmal ist immerhin eine Umleitung ausgeschildert und der Umweg hält sich in Grenzen.sardinien-131

An der Westküste landen wir bei Fontanamare auf einem großen Parkplatz, direkt am Strand. Und wieder mal kein Womo-Verbotsschild weit und breit. Wenn das nur überall am Mittelmeer so wäre!sardinien-134

Auch hier ist es landschaftlich wunderschön, am Strand kann man kilometerweit laufen.sardinien-135

Und wie es sich für eine Westküste gehört, gibt es hier tolle Sonnenuntergänge zu bewundern und festzuhalten. Hier der Blick aus den Heckfenstern unseres Schlafzimmerssardinien-137Wir fahren die Westküste hoch Richtung Norden. Der laut CamperContact im Winter offene Stellplatz beim Dörfchen Buggerru ist wieder einmal geschlossen. Gut, dass unser Wassertank noch recht voll ist. Im Dorf kaufen wir ein paar Lebensmittel ein. Immobilien gäbe es auch günstig zu erwerben, aber wir haben ja unser fahrbares Eigenheim.
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Mit diesem geht es nun weiter entlang der Westküste bis wir bei Portixeddu am Capo Pecora auf diesen Traumplatz treffen. Die Einfahrt vom Parkplatz auf dieses Gelände ist nicht ohne, bei uns setzt dank großer Räder nur der Auspuff ein wenig auf der Sandstraße auf. Die Mühe lohnt sich.sardinien-150

Der Platz und die nähere Umgebung toppt nochmal alles, was wir bisher auf Sardinien gesehen haben.sardinien-152 sardinien-153 sardinien-154

Suchbild: Dank unauffälliger Lackierung fügt sich unser Camper gut in die Landschaft einsardinien-162 sardinien-170

Wir bleiben 2 Tage bzw. Nächte und erkunden die Umgebungsardinien-172 sardinien-177 sardinien-178 sardinien-190 sardinien-191

Morgens gibt es Besuch.sardinien-197

Eigentlich verlassen wir ungern den Platz. Aber wir wollen ja noch mehr von Sardinien sehen. Und so fahren wir über kurvige, enge Straßen weiter an den nächsten Strandplatz.

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Dort ist die Landschaft wieder einmal vollkommen anders gestaltet. Die große Dünen vor dem Strand erinnern an die französische Atlantikküste.sardinien-199 sardinien-201 sardinien-204 sardinien-205 sardinien-207 sardinien-210 sardinien-216

Hier würden wir es auch ein paar Tage aushalten. Aber unsere Zeit ist begrenzt und so fahren wir nach einer Übernachtung quer über die Insel in Richtung Olbia. Auf halbem Weg  besuchen wir den Ort Fordongianus. Dort strömt heißes Quellwasser in den Fluß. In den kleinen mit Steinen angelegten Pools kann man auch im Winter baden.sardinien-218

Die Römer hatten es seinerzeit komfortabler: die alte Terme Romane aus dem 1 Jh.v.Chr. mit diversen Warmwasser- und Kaltwasserbecken zeugt davon.

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Immerhin hat der Ort gleich 2(!) Stellplätze für Wohnmobile. Beide mit V/E und Strom – wobei Wasser und Strom abgestellt waren. Dafür gab es Wasser kostenlos an einem Dorfbrunnen. Nicht weit von Ort gibt es ein nuraghisches Brunnenheiligtum zu besichtigten – immerhin rund 3500 Jahre alt. sardinien-223

Auf die steinernen Überresten von Nuragher-Bauten stösst man überall auf Sardinien. Hier auf dem Gelände gibt es neben dem Brunnen noch Reste einer ganzen Siedlungsardinien-228

Das Gelände strahlt mit seinen uralten Olivenbäumen eine idyllische Atmosphäre aussardinien-236 sardinien-240

Der Urlaub neigt sich dem Ende zu: nach einer weiteren Nacht im Naturschutzgebiet von Matta e Peru schauen wir uns am letzten Tag noch die Altstadt von Olbia an. Dort gibt es aber eigentlich nichts Fotogenes und es fängt leicht an zu nieseln. Die Nachtfähre nach Livorno wartet schon im Hafen.

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Dort checken wir am Abend ein und beziehen unsere gebuchte Außenkabine. Der deutlich spürbare Seegang wiegt uns bald in den Schlaf, sodass wir am nächsten Morgen nach einem letzten leckeren Italien-Cappuccino an Board frisch die Heimfahrt antreten. Sardinien, wir kommen gerne einmal wieder!img_2584

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Maccagno Oktober 2016

Die Kombination aus Feiertag, Urlaub und Überstundenausgleich beschert uns im Oktober ein ordentlich verlängertes Wochenende. Das Wetter in Deutschland ist mittelmäßig, in Norditalien recht gut. Also geht es wieder einmal an den Lago Maggiore. Über den dortigen Stellplatz haben wir schon im Mai berichtet. Diesmal ist dort allerdings viel weniger los. Das nette Café am nördlichen Ende von Maccagno hat geschlossen, die Stühle kann man aber trotzdem benutzen und die tolle Aussicht und die Sonne genießen.

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An der Strandpromenade entdeckt: hübsche Herbstblumen:
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Wir erkunden wieder die steilen Wanderwege bei Maccagno
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Und finden unterwegs Unmengen an Esskastanien. Man läuft über hunderte von Metern praktisch ausschließlich auf  Maronis
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Die stacheligen Schalen sind oft schon halb geöffnet, man muss die Nussfrüchte nur noch aufsammeln.
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So wird die Tüte im Laufe der Wanderung immer voller und trainiert die Armmuskulatur.
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Zur Belohnung gibt es Cappuccino – in Italien fast ausnahmslos lecker – und oft günstig.

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Im hübschen Maccagno lässt es sich wirklich aushalten

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Auf dem Stellplatz auch. Dank Nebensaison mit mehr Platz zum Nachbarn.

maccagno-16Aber auch in Italien hält der Herbst Einzug

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Bei Sonnenuntergang wird es kühl am See. Wir bewundern noch die tollen Skulpturen
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und sagen den Wasservögeln Gute Nacht! Bis zum nächsten Mal am Lago 🙂

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BaWü im September 2016

Baden-Württemberg im September: zunächst setzen wir unsere SUP-Touren in der näheren Umgebung fort. Hier sind wir an einem Wochenende am Schluchsee im Schwarzwald. Im Bereich des Bahnhofs Seebrugg kann man mit dem Wohnmobil kostenlos parken und übernachten. Ein kleines Freibad bietet neben einem schönen Seestrand auch Verpflegung und WC an.
Schluchsee SUP

Nicht nur für Eisenbahnfans interessant: vom Bahnhof Seebrugg aus gibt es immer wieder Fahrten mit alten Lokomotiven.

schluchsee lok

Wir nutzen die nächsten schönen Septembertage mit dem SUP auf verschiedenen Baggerseen rund um Freiburg, hier am Niederrimsinger See. Der Zugang zum See wird leider jedes Jahr schwieriger. Es fehlt ein Konzept, um die Interessen des Eigentümers (Kiesabbau) und der Bevölkerung (Badeseenutzung) vernünftig zu verbinden – wie es z.B. am ‚Opfinger See‘ in Freiburg gelungen ist. So findet man am Niederrimsinger See zugeschüttete Uferzonen und jede Menge Müll. Schade – das Wasser ist fantastisch.
Niederrimsinger Baggersee SUP

Auch am Bodensee bei Sipplingen sind wir mit unserem SUP unterwegs und genießen abends den schönen Sonnenuntergang. Wir hatten zum Stand Up Paddeln beste Bedingungen: ein ganze Wochenende ohne Wind. Die Segler sahen das naturgemäß anders.
Sipplingen Sonnenuntergang

Von Sipplingen gibt es in diesem Blog schon viele Bilder, hier mal eines vom den leckeren Erzeugnissen des dortigen Bäckers. Insbesondere die Seelen und Laugenteile haben es uns angetan.
Sipplingen Bäcker

Auch die Kultur kommt bei uns im September nicht zu kurz: mit unseren  SchlossCards besuchen in Maulbronn die große, gut erhaltene Klosteranlage. Kostenlose Wohnmobil-Stellplätze mit V/E gibt es nur wenige 100m vom Kloster entfernt.
Maulbronn Klosterhof

In Ludwigsburg gibt es neben dem Residenzschloss noch den barocken Schlossgarten zu besichtigen.
Ludwigsburg blühendes Barock

Die Führungen im Schloss sind wieder mal ausgezeichnet, fotografieren ist innen aber nicht bzw. nur gegen Gebühr erlaubt. Von außen sieht das Ganze aber auch gut aus.
Ludwigsburg Schloss

Im Schlossgarten ‚Blühendes Barock‘ findet eine große Kürbisausstellung statt. Sehr nett.
ludwigsburg Kürbisfest

Mitten im Garten: der ‚Rapunzelturm‘. Mit Rapunzel inside:

Ludwigsburgs Rapunzelturm

Der Wohnmobilstellplatz mit guter V/E und Strom liegt direkt am Schlossgarten.
Ludwigsburg Stellplatz

 

Ein neues, verlängertes Wochenende, eine neue Tour: wir fahren nach Bad Urach in der schwäbischen Alb. Ein Pflichtbesuch gilt dem dortigen Wasserfall.

badurach Wasserfall

Obwohl wir uns in einer Trockenperiode befinden, kann er sich durchaus sehen lassen.
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Hinter dem Wasserfall….
badurach wasserfall von hinten

Die Wanderwege rund um Bad Urach sind super markiert, man braucht zur Orientierung keinerlei Karten, sondern kann einfach drauflos laufen. Schöne Rastplätze hat es auch.
badurach vesperlichtung

Frisch gestärkt geht es weiter zur Burgruine Hohenurach
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badurach ruine oben
badurach ruine ganz oben

…mit schönem Blick auf Bad Urach.
badurach von oben

Hier mit Blick auf dem Wohnmobilstellplatz.
badurach 2 von oben

Ihr seht ihn nicht? Ok, ich zoome mal ran.
badurach stellplatz von oben

Der Wohnmobilstellplatz ist sehr beliebt, es empfiehlt sich am Wochenende eine Reservierung. Kein Wunder: der Platz liegt perfekt für Wandertouren, Stadt- und Thermenbesuch. Außerdem gibt es für 8€ Stellplatzgebühr gratis Strom und jede Menge Vergünstigungen.
badurach wohnmobilstellplatz

Zum Beispiel kostenlose E-Bikes für 1 Stunde, ausleihbar an der Kurverwaltung. Damit lässt sich die kleine Stadt und das Umfeld sehr bequem erkunden:
badurach fachwerk

Witzig: ein Raucherpavillon im Gesundheitszentrum
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Mit unseren SchlossCards besuchen wir das Residenzschloss
badurach schlossbett

Dann fahren wir weiter über Blaubeuren mit der bekannten Karstquelle, dem Blautopf….
blautopf
blautopf blaubeuren

… nach Ulm-Wiblingen zum dortigen Kloster, welches wir mit unseren SchlossCards besichtigen können.
klosterwiblingen

Das Prunkstück des Klosters ist zweifellos die Bibliothek:
klosterwiblingen bibliothek

Auf dem großen Klosterparkplatz könnte man problemlos übernachten, wir wollen uns aber noch die Innenstadt von Ulm anschauen. Rund um das bekannte Münster findet ein großer Markt statt.
ulm münster

Parken und übernachten mit V/E kann man kostenlos am Donaupark, dieser verfügt über schöne Biergärten und liegt wunderbar an der Donau. Am anderen Ufer ist schon Bayern und über die Uferpromenaden läuft man bis in die Ulmer Innenstadt.
ulm donaupark

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SUP-Urlaub August 2016

Unser diesjähriger Sommerurlaub steht ganz im Zeichen des Stand Up Paddlings – kurz SUP. Wir hatten in den letzten Jahren immer wieder SUP-Boards ausgeliehen und recht viel Spaß damit gehabt. So haben wir uns dazu entschieden, ein Board zu kaufen. Die Wahl fiel auf das Makaio Kula Nui 11,5″, ein gutes Einsteigerboard zu einem recht günstigen Preis. Eine ausführliche Vorstellung des Boards gibt es hier.

Das Makaio wird rechtzeitig vor unserem Sommerurlaub geliefert, und so ist klar, dass es diesmal ein SUP-Urlaub wird – auf teilweise bewährten Routen zu Seen mit guten Möglichkeiten zum SUPen. Das erste Ziel ist Murten am gleichnamigen See in der Schweiz. Einen Parkplatz gibt es direkt an der Liegewiese mit Seezugang. Nachts steht man hier kostenlos, tagsüber kostet die Stunde einen Franken.

Stellplatz Murtensee

Direkt am Platz gibt es Toiletten und auch einen SUP-Verleih. Aber den brauchen wir nicht mehr. Das Örtchen ist übrigens auch nett, ihr kennt das ja noch vom letzten Jahr 🙂

Murtensee

An den lustigen Schilder merkt man auch: wir sind in der Schweiz!

Murten Schild

Der Murtensee ist für Einsteiger ideal: keine großen Wellen, kein zu starker Wind.

SUP Murtensee

und abends gibt es schöne Sonnenuntergänge

Sonnenuntergang Murten

Zwei Tage ist das Wetter schön, wir sammeln die ersten Erfahrungen mit dem Makaio und sind begeistert: wir können das Board sowohl zu zweit (gemütlich) als auch alleine (wenn man möchte recht sportlich) nutzen. Am dritten Tag ist es morgens bewölkt und wir fahren weiter. Eigentlich wollten wir bis zum Lac d’Annecy, aber nach kurzer Fahrt kommt die Sonne raus und wir schieben einen Zwischenstopp am Genfer See ein.

Route Murren-Genfer See

Im Örtchen Anthy gibt es einen kostenlosen Stellplatz – sogar mit gratis V/E. Das Ganze hat nur einen Haken: es gibt gerade mal 5 Plätze und drumherum ist das Parken mit dem Wohnmobil überall verboten. Wir haben Glück, und bekommen einen Platz:

Stellplatz Genfer See

Vom Stellplatz aus sind es gerade mal 1oo-200m zum schönen, freien Strand. Wir können beobachten, wie andere Wohnmobile beim Versuch dort tagsüber zu parken von der örtlichen Polizei gleich weggeschickt werden.

SUP Genfer See

Der Genfer See zeigt sich zum SUPen gleich anspruchsvoller. Mit ordentlichen Wellen und auch der Wind ist teilweise nicht ohne. Das Board schlägt sich aber auch hier ganz gut – und wir natürlich auch.

SUP GenferSee

Das Parken auf dem Stellplatz in Anthy ist auf 48 Stunden begrenzt und wir trauen der eifrigen Gendarmerie durchaus zu, dass diese die Kennzeichen notiert.  Aber nach 2 Tagen zieht es uns auch weiter und so fahren wir auf mautfreien Straßen an den Lac d‘ Annecy. Dieser See ist auf unseren Frankreichtouren stets ein ‚Muss‘.

Route GenferSee-Annecy

Annecy ist ein wirklich hübsches Städtchen, aber stets sehr gut besucht. Jetzt, Anfang August, ist es gnadenlos überlaufen. Wir wollen aber sowieso an das südliche Ende des Sees und fahren durch den obligatorischen Stau durch Annecy bis nach Duingt. Dort kann man nah an der Strandwiese parken – und natürlich kommt das SUP wieder zum Einsatz.

SUP Annecy

Zum Übernachten fahren wir dann wie immer ein wenig vom See weg – mit schöner Aussicht auf die Berge.

Stellplatz bei Annecy

Das war in diesem Jahr übrigens unser kulinarischer Favorit: Greek Salad – mit wechselnden Beilagen. Hier ganz einfach mit einem sehr leckeren französischen Körnerbaguette.

Greek Salad

Wir sind ja in der Regel Frühaufsteher und frühstücken nach dem Einkauf beim Bäcker auf der Strandwiese bei Duingt – mit dem Bus können wir direkt an der Wiese parken.

Lac Annecy Frühstück

Nach der morgendlichen Stärkung geht es dann wieder aufs Wasser. Die erste Runde drehen wir meistens zu zweit. Oft ist es morgens windstill, da ist das Fahren mit 2 Personen angenehmer. Unser Wertsachen incl. Autoschlüssel führen wir in einer wasserdichten Weithalstonne auf dem Gepäcknetz mit. Im Laufe des Tages gehen wir immer wieder abwechselnd auf Tour.

Lac Annecy SUP

Vom Lac d’Annecy wollen wir etwas Strecke machen Richtung Alpes-Provence zum Lac de Castillon – mit kleinen Zwischenstopps:  in Faverges gibt es auf dem Aire Municipale eine kostenlose Ver- und Entsorgung, die wir nutzen. Der Stellplatz selbst ist nicht so attraktiv: recht staubig und an einer gut befahrenen Straße.

Route Lac Annecy - Lac Castillon

Den nächsten kostenlosen Stellplatz auf dem Weg in den Süden gibt es in Ugine. Er eignet sich allerdings nur für kleinere Mobile, mit unseren 6,36m kommen wir gerade noch so hin. Als Besonderheit gibt es beim dort kostenlose Duschen – diese bieten bei unserem Besuch leider nur kaltes Wasser. Außerdem sind die Plätze recht schräg, die Hauptstraße ist in Hörnähe.

Zum Übernachten fahren wir deshalb noch ein Stück weiter zum Aire Municipal bei Bourgneuf. Dort steht man sehr ruhig mit schönem Blick auf die Berge. Direkt am Platz gibt es eine sehr beliebte Pizzeria – wir waren Selbstversorger, aber der Laden ist so gut besucht, dass man den mal ausprobieren sollte. Um die Ecke gibt es eine Bäckerei mit sehr leckeren Baguettes. Damit decken wir uns am nächsten Morgen ein.

Stellplatz

Am nächsten Tag sind wir um die Mittagszeit am Lac de Castillon. Wir finden einen tollen Platz und sehen über die kleinen Womo-Verbot-Schilder erstmal weg, die sehen nicht sehr ‚offiziell‘ aus.

Stellplatz Lac Castillon

Hier ist der Platz vom See aus zu sehen. Es gesellen sich immer wieder mal auch andere Camper und Wohnmobile dazu.

P Lac Castillon

Ein offizieller Wanderweg führt in das nahe Saint-André-les-Alpes. Der Pfad ist die ersten Kilometer wirklich super…

Wanderweg St.Andre les Alpes

.. endet aber ein paar hundert Meter vor der Ortschaft. Den Rest muss man leider auf der stark befahrenen Straße zurücklegen, schade.

Straße St.Andre les Alpes

In Saint-André-les-Alpes versorgen wir uns mit frischem Baguette, alles andere haben wir noch zum Überfluss dabei. Dann folgt die Tagesroutine: das Board wird im Rucksack an den See getragen und aufgepumpt. Die mitgelieferte Doppelhubpumpe leistet gute Arbeit. In knapp 10 Minuten ist das Board mit 1 bar Luft versehen und ich bin schon mal aufgewärmt.

SUP Lac Castillon

Es kann losgehen!

SUP Lac de Castillon

Zu zweit bei unserer Morgenrunde. Die dauert meist 1 – 1,5 Stunden. Einer sitzt vorne auf dem Board, der andere paddelt im Stehen.

SUP Lac de Castillo zu zweit

Der See ist zum SUPen wirklich klasse. Man kann dort auch Boards leihen.

SUP Lac de Castillon allein

Wir stehen da so einige Tage und ich denke ‚Nanu – unser Hinterreifen sieht irgendwie nicht sehr prall aus‘ – und messe mal nach mit meinem kleinen Mannesmann-Kompressor mit Manometer: 1,o bar. Das wäre für das SUP zwar ok, in den Reifen müssen aber 5,2 bar rein. Ich werfe den Kompressor an und pumpe das Ding wieder auf. Nach kurzer Zeit ist aber klar: der Reifen verliert Luft. Und das ist der Grund:

Schraube im Reifen

Dank Kompressor müssen wir das Rad nicht vor Ort wechseln, sondern können noch bis zur nächsten Werkstatt in Saint-André-les-Alpes fahren. Der Mechaniker dort ist zwar die Unfreundlichkeit in Person – aber besser, er muss das Rad wechseln, als ich – bei guten 35 Grad im Schatten.

Nun fahren wir durch den Grand Canyon du Verdon unserem nächsten Ziel, dem Lac de Saint Croix, entgegen.

Route Lac Castillon - Lac St.Croix

Unterwegs nutzen wir die V/E in Castellane beim Musee de la Resistance. Alle Plätze sind übrigens in der sehr empfehlenswerten App ‚Camper Contact‘ zu finden.

Ver- und Entsorgung

Im Grand Canyon du Verdon ist bereits am Vormittag sehr viel los – es gibt nur wenige Parkbuchten zum Anhalten und diese sind alle belegt. Das ist ein wenig schade, weil die Aussichten teilweise sehr schön sind – auf der anderen Seite haben wir das vor ein paar Jahren schon gesehen und so fahren wir durch bis zum Lac de Saint Croix, der wunderbar in der Mittagssonne funkelt:

Lac de Sainte-Croix

Da es zwischenzeitlich auch wieder gut heiß ist fackeln wir nicht lange, fahren den ersten Parkplatz an und legen einen Strandtag ein. Auch hier ist viel los, der Stellplatz bei Les-Salles-sur-Verdon ist bereits am späten Nachmittag komplett belegt.

Plage Lac de Sainte-Croix

Aber wir kennen uns in dieser Ecke ja schon ganz gut aus, und steuern etwas flussabwärts unseren Lieblingsplatz an – welcher tatsächlich frei ist!

Schöner Stellplatz

Hier bleiben wir erstmal ein paar Tage bzw. Nächte und erkunden den See mit dem SUP.

Stellplatz Aussicht

SUPSommer

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SUPSommerUrlaub159

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Nach 4 Tagen klärt uns ein Ranger aus, dass das Parken an dieser Stelle verboten ist. Drum war dieser tolle Platz also noch frei. Sehr gut, dass sich der Ranger für diese Information 4 Tage Zeit gelassen hat 😉  Wir können auch ganz in der Nähe bleiben, diesmal sogar legal.

SUPSommerUrlaub185

Nach einer Woche müssen wir uns aber wieder um die V/E kümmern. Wir fahren also nochmal nach Les-Salles-sur-Verdon und tatsächlich: diesmal gibt es noch Platz für uns auf dem Stellplatz. Dieser ist nicht besonders attraktiv, aber für das reine Übernachten ist er ok und obendrein kostenlos.

Stellplatz Les Salles sur Verdon

Ganz in der Nähe gibt es neben einer Tankstelle eine Aire de Service: V/E inclusive warmen, sauberen Duschen für 3,50€.

Ver- Entsorgung Les Alles sur Verdon

Tagsüber stellen wir den Bus an den Strand von Les-Salles-sur-Verdon. Der See eignet sich ebenfalls bestens für das SUPen, es gibt auch diverse Möglichkeit, sich hier Boards zu leihen. Der Wind ist hier manchmal etwas heimtückisch und kann plötzlich recht stark auftreten. Wir wagen trotzdem eine Seeüberquerung sowie weitere Ausflüge und alles geht gut.

SUP Lac de Sainte Croix

Wir bleiben 2-3 Nächte bei Les-Salles-sur-Verdon und fahren dann einmal um den See nach St Croix du Verdon. Das Städtchen blieb beim Aufstauen des See’s 1971 erhalten und hatte damit mehr Glück als Les Salles – welches unterging und an höherer Stelle neu aufgebaut wurde.

Route um den See

Auf dem Weg fahren wir an unzähligen Lavendelfeldern vorbei, welche meist schon abgeerntet sind. Ein paar Pflänzchen bleiben aber am Rand immer stehen, da kann man ja mal schauen…

SUP Lavendelfeld

Bei Saint Croix fahren wir das La Maison du Lavandin an. Hier gibt es viele regionale Produkte zu erstehen und wir greifen gerne zu. Außerdem können wir als Mitglieder von France Passion den kostenlosen Stellplatz nutzen. St.Croix France Passion

Die Betreiber sind sehr nett, der Stellplatz ist äußerst großzügig bemessen und superschön gelegen.

SUPSommer

Nach einer ruhigen Nacht geht es wieder heimwärts, mit einem Zwischenstopp am bereits bekannten Lac d‘ Annecy.

Route St.Croix - Annecy

Am letzten Tag wird ausnahmsweise nicht das SUP, sondern unsere zweite neue Errungenschaft  ausgefahren: ein kleiner Scooter, der durchaus auch seinen Reiz hat. Über ihn werden wir auch mal berichten.

Annecy Roller

Von Annecy aus geht es am nächsten Morgen dann wieder nach Hause. Wir sind in 3 Wochen insgesamt 1.768km gefahren, mit einer Fahrzeit von 29 Stunden, einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 60 km/h und einem Verbrauch von 9,3L/100km.

SUPSommerUrlaub217Für das SUP haben wir keine statistischen Daten 😉  Wir waren damit bis auf 2 Ausnahmen täglich unterwegs, so zwischen 1-3 Stunden und freuen uns auf weitere Touren. Falls Ihr zum Stand Up Paddling noch Fragen habt, beantworte ich die gerne.

 

 

 

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